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Korrektur des 47. Newsletters des zentralen adhs-netzes

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Informationen im 47. Newsletter zur Anwendung von Concerta® und Strattera® zur Behandlung der ADHS bei Erwachsenen haben bedauerlicherweise zu Irritationen geführt. Wir möchten daher diese Informationen wie folgt korrigieren und präzisieren.

Bei Concerta® und Strattera® ist laut Fachinformation unter dem Abschnitt 4.2 (Dosierung, Art und Dauer der Anwendung) aufgeführt, dass bei Jugendlichen, deren Symptome bis in das Erwachsenenalter bestehen bleiben und bei denen die Behandlung einen deutlichen Nutzen gezeigt hat, es angebracht sein kann, die Therapie im Erwachsenenalter fortzuführen. Ein Behandlungsbeginn mit Concerta® und Strattera® ist bei Erwachsenen jedoch nicht angezeigt (siehe Fachinformation Concerta® / Strattera® unter 4.2).

Dies stellt jedoch keine generelle Zulassungserweiterung für das Erwachsenenalter dar. Die Zulassung ist unter 4.1. der Fachinformation geregelt. Bei beiden Medikamenten besteht eine Zulassung zur Behandlung der ADHS bei Kindern ab 6 Jahren und bei Jugendlichen als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms/ im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn sich andere therapeutische Maßnahmen als unzureichend erwiesen haben. Weitere Hinweise zum Anwendungsgebiet siehe 4.1 der Fachinformationen.

Laut Informationen des BfArM auf eine Anfrage des zentralen adhs-netzes ist für Strattera® "die Behandlung über das 17. Lebensjahr hinaus [...] in bestimmten Fällen durch die Zulassung abgedeckt und daher nicht als "off-label-use" anzusehen." Auch bei Concerta® verweist das BfArM darauf, dass die "Fortführung der Therapie im Erwachsenenalter zugelassen [ist], sofern die Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben und wenn die Behandlung einen deutlichen Nutzen gezeigt hat." (Schreiben des BfArM vom 16.03.2012).

Damit ist jedoch die Kostenerstattung durch die Krankenkassen bei Verschreibung dieser Medikamente für Erwachsene nicht gesichert. Darauf wurde auch schon in unserem letzten Newsletter hingewiesen. Die Kostenerstattung muss daher weiterhin in jedem Einzelfall mit den Krankenkassen geregelt werden. Zur Frage der Produkthaftung bei Anwendung von Concerta® oder Strattera® im Erwachsenenalter macht das BfArM in seinen Schreiben ebenfalls keine Aussagen.

Wir hoffen, dass wir mit diesen Informationen zur Beseitigung der Irritationen beitragen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Die Leitungsgruppe

 

Anhang: Schreiben des BfArM vom 16.03.2012

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