Zentrales ADHS Netz

Diagnostik|bei Kindern und Jugendlichen

Übersicht

Die Materialien zur Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen sind gegliedert in:

Störungsspezifische Verfahren zur Erfassung der ADHS-Symptomatik

Breitbandverfahren zur Erfassung komorbider Störungen

Die ausgewählten Verfahren werden beschrieben, außerdem werden Angaben zu Gütekriterien und Normen sowie zur Bezugsquelle gemacht. Bei einzelnen Verfahren ist auch ein Beispielbogen einzusehen.

Die Auswahl der Fragebögen ist nach Gesichtspunkten der Praktikabilität und der wissenschaftlichen Fundiertheit erfolgt; sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Verfahren zur klinischen Beurteilung von ADHS

Screening-Bogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS-Bogen)

Verfahren zur klinischen Beurteilung von ADHS Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Mit Hilfe des ADHS-Bogens sollen Hinweise auf Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperakti-vitätsstörungen (ADHS) sowie auf begleitende Auffälligkeiten erfasst werden. Der ADHS-Bogen basiert auf den Diagnosekriterien von ICD-10 und DSM-IV, erfasst sie jedoch nicht im Detail.
Der Fragebogen umfasst insgesamt 11 Fragen (Items) zu den Bereichen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und (komorbide) Probleme: aggressives Verhalten, Entwicklungsstörungen und Leistungsprobleme, Ängste und Unsicherheit, depressive Symptome und mangelnde soziale Integration. Die Informationen werden für die beiden Lebensbereiche Familie und Kindergarten bzw. Schule auf jeweils vierstufigen Antwortskalen getrennt erhoben.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der ADHS-Bogen kann als Explorationshilfe für den Untersucher oder als Fragebogen eingesetzt werden. Er ermöglicht eine erste Beurteilung des Kindes, auf der dann eine ausführlichere Diagnostik aufbauen kann, die sich jedoch durch diesen Bogen nicht ersetzen lässt.

Gütekriterien und Normen:
Validität: inhaltliche Validität gegeben durch Orientierung an DSM IV bzw. ICD-10 Kriterien
Reliabilität: keine Angaben
Normen: keine Normierung, Auswertungsrichtlinien im Auswertungsbogen

Beispiel Fragebogen:

Screening-Bogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS-Bogen)

ADHS-Elterninterview (ADHS-EI)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Das ADHS-Elterninterview besteht aus der Sektion 2 des PACS (Parental Account of Childhood Symptoms) – Interview von E. Taylor, E. Heptinstall und R. Schacher. Das PACS erfasst zahlreiche weitere kinder- und jugendpsychiatrische Störungen. Im Modul über ADHS werden spezifische Situationen der letzten Woche angesprochen und als Stichproben für das ADHS-spezifische Verhalten betrachtet. Die Situationen betreffen die Bereiche Fernsehen, Lesen, Einzelbeschäftigung, Gemeinsames Spiel mit anderen Kindern, Mahlzeiten, Einkaufen, Familienausflüge.

Für jede dieser Situationen werden bis zu 4 Verhaltensbeurteilungen auf mehrstufigen Skalen (0-3) zur Beurteilung von Aufmerksamkeitsspanne, Unruhe, Zappeligkeit, Redseligkeit und Geräuschproduktion vom Interviewer vorgenommen.
Ferner wird in einem weiteren Abschnitt des Interviews die Impulsivität des Kindes in verschiedenen Situationen, die mit Warten verbunden sind, beurteilt. Auch hier wird eine Einstufung auf einer definierten Skala (0-2) vorgenommen. In dem anschließenden Abschnitt des Interviews zu ADHS wird die elterliche Einschätzung der Hyperaktivität / Impulsivität hinsichtlich Schweregrad, Selbstkontrolle, Auswirkungen und Auffälligkeit (0-2) exploriert.

Anwendungsmöglichkeiten:
Das ADHS-Elterninterview kann vor allem dann Anwendung finden, wenn eine möglichst differenzierte und weitgehend objektive Beschreibung von ADHS-Symptomatik im familiären Umfeld notwendig ist.

Gütekriterien und Normen:
Validität: Subskala Hyperaktivität konstruktvalide
externe Validität: sign. Korrelationen mit Connorsbogen sowie beobachteter Hyperaktivität in der Testsituation
Reliabilität: Interrater-Reliabilität 0.92 – 0.95, interne Konsistenz (Cronbach´s Alpha) 0.89 (Taylor et al., 1986)
Normen: keine Normierung, Erstellung eines individuellen Symptomprofils

Literatur:
Taylor, E., Schachar, R., Thorley, G. & Wieselberg, M. (1986). Conduct disorder and hyperactivity: I. Separation of Hyperactivity and antisocial conduct in British Child psychiatric patients. British Journal of Psychiatry 149, 760-777.

Beispiel Fragebogen:
Auszug (Original 20 Seiten)

ADHS-Elterninterview (ADHS-EI)

Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV)

Quelle:
Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Das ES-HOV orientiert sich an den im Leitfaden Hyperkinetische Störungen (Döpfner et al., 2013) entwickelten Leitlinien zur Exploration von Eltern, Erziehern und des Patienten. Auf der ersten Seite des Explorationsschemas können Grundinformationen über den Patienten, den Vorstellungsanlass und über die Kompetenzen des Patien-ten notiert werden. Neben der ADHS-Symptomatik werden durch das Explorationsschema auch oppositionelle und aggressive Störungen differenziert erfragt, da diese Störungen sehr häufig komorbid auftreten. ES-HOV ist in acht Explorationsbereiche gegliedert:

1. Aktuelle hyperkinetische Symptomatik des Kindes / Jugendlichen,
2. Spezifische psychische Komorbidität und differenzialdiagnostische Abklärung,
3. Relative Stärken und Interessen des Kindes / Jugendlichen,
4. Störungsspezifische Entwicklungsgeschichte des Kindes / Jugendlichen,
5. Spezifische medizinische Anamnese,
6. Spezifische Familienanamnese,
7. Bedingungen im Kindergarten / in der Schule und in der Gleichaltrigengruppe,
8. Therapie

Am Ende des Explorationsschemas können noch eingetragen werden:
9. Verhaltensauffälligkeiten während der Exploration / Untersuchung und psychopathologische Beurteilung
10. Weitere Diagnostik
11. Verlaufskontrolle

Ausführliche Hinweise zur Exploration der einzelnen Bereiche können dem Leitfaden Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (Döpfner et al., 2013) entnommen werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Das halbstrukturierte Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV) dient in erster Linie der klinischen Exploration der Eltern. Es kann aber auch für die Exploration des Kindes / Jugendlichen und für die Exploration der Erzieher / Lehrer eingesetzt werden und es erlaubt die Einschätzung des Verhaltens des Kindes/ Jugendlichen in der Explorations- und Untersuchungssituation.

Gütekriterien und Normen:
Da keine quantitative Auswertung möglich ist, entfallen Angaben zu Gütekriterien und Normen.

Beispiel Fragebogen:
Auszug (Original 9 Seiten)

Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV)

Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-DIPS)

Quelle:
Unnewehr, S., Schneider, S. & Margraf, J. (Hrsg.) (1998): Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-Dips). Berlin: Springer.

Beschreibung:
Das Kinder-Dips wurde als erstes deutschsprachiges strukturiertes Interview entwickelt. Es verfügt über eine Eltern- und eine parallele Kinderversion und ermöglicht die differenzierte Diagnostik nach DSM-IV (APA 1994) und ICD 10 (Dilling et al. 1994). Eltern- und Kinderversion bestehen aus einem Interviewleitfaden und einem Protokollbogen. Beide Versionen umfassen:

I. Allgemeiner klinisch-demografischer Teil
1. Screening
2. Allgemeine Anamnese

II. Störungsspezifischer Teil – halbstrukturiertes Interview
1. Expansive Verhaltensstörungen
2. Funktionelle Enuresis/Enkopresis
3. Affektive Störungen
4. Angststörungen
5. Essstörungen

III. Störungsspezifischer Teil – Screening
1. Alkoholismus und Drogenmissbrauch
2. Nicht- organische Psychose

Anwendungsmöglichkeiten:
Das halbstrukturierte Kinder-Dips dient der klinischen Exploration von Eltern und Kind. Es ist in der Forschung anwendbar, kann aber, durch seine halbstrukturierte Form mit Möglichkeiten individueller Nachfrage, auch in der Praxis gut eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:
Validität: externe Validität für einzelne Störungsbilder durch Fragebögen (Angst) oder Items aus YSR, CBCL, für Eltern- und Kinderversion bestätigt außer für Störung des Sozialverhaltens in Elternversion
Reliabilität: Retest-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa 4 Kl. .50 - .60, Ausscheidungsstörungen .89; Elternversion Kappa Angst .49, übrigen Klassen .77 – 1.0; Essstörungen für beide Versionen durch niedriges N nicht zu berechnen
Interrater-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa . 57 - .81; Elternversion Kappa .51 - .71
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden.

Literatur:
American Psychiatric Association (Hrsg.) 2013. Diagnostic an statistical manual of mental disorders. Fifth edition (DSM-5). Washington, DC: American Psychiatric Association.
Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H., Schulte-Markwort, M. (Hrsg.) 1994. Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F) Forschungskriterien. Bern: Huber.


Diagnose Checkliste für Hyperkinetische Störungen (DCL-HKS) bzw. für Aufmerksam-keitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (DCL-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). (2. Aufl.). Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die Diagnose-Checkliste für Hyperkinetische Störungen (DCL-HKS) ist Bestandteil des Diagnostik-Systems für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). In der revidierten Fassung, dem DISYPS-II (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) wird diese Checkliste umbenannt in Diagnose-Checkliste für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (DCL-ADHS). Das Diagnostik-System DISYPS erfasst Informationen auf drei Beurteilungsebenen – das klinische Urteil (in Diagnose-Checklisten, DCL), das Fremdurteil durch Eltern, Lehrer oder Erzieher (in Fremdbeurteilungsbögen, FBB) und das Selbsturteil des Kindes oder Jugendlichen ab dem Alter von 11 Jahren (anhand von Selbstbeurteilungsbögen, SBB).

DCL-HKS bzw. DCL-ADHS ist ein Hilfsmittel zur Erstellung der Diagnose und dient der Beurteilung der Diagnosekriterien für folgende Störungsbilder:

1. Hyperkinetische Störungen nach ICD-10
2. Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV
3. Überaktive Störung mit Intelligenzminderung nach ICD-10

Da sich die Symptomkriterien nach ICD-10 (Forschungskriterien) und nach DSM-IV weitgehend entsprechen, ist nur eine einzige Checkliste mit den Symptomkriterien notwendig. Inhaltlich bedeutsame Abweichungen zwischen beiden Diagnose-Systemen sind entsprechend gekennzeichnet.

Zur Beurteilung der einzelnen Kriterien wird eine vierstufige Antwortskala vorgege-ben. Der Untersucher beurteilt damit auf der Basis der Exploration der Eltern, Erzieher bzw. Lehrer, des Patienten selbst und der Beobachtung des Patienten.

Anwendungsmöglichkeiten:
DCL-HKS bzw. DCL-ADHS ist ein Hilfsmittel zur Erstellung der Diagnose und kann die praktische Arbeit in der Diagnostikphase erleichtern.

Gütekriterien und Normen:

Reliabilitäts- und Validitätsanalysen wurden anhand einer klinischen Stichprobe von n=84 Kindern (Elternexploration) sowie n=27 (Lehrerexploration) durchgeführt (Hackelbörger, 2002)
Validität: keine eindeutige Bestätigung der a priori Faktorstruktur
Reliabilität: interne Konsistenzen (Cronbach´s Alpha): Elternexploration 0.63 – 0.82, Lehrerexploration 0.86 – 0.93
Interraterreliabilität r= -0.18 – 0.52
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden

Literatur:
Hackelbörger, S. (2000). Empirische Untersuchung der Checkliste Hyperkinetische Störung an einer Klinikstichprobe der Schwerpunktambulanz hyperkinetischer Störungen an der Universitätsklinik Köln. Diplomarbeit, Universität zu Köln.

Diagnose-Checkliste Hyperkinetische Störungen (DCL-HKS)

Fragebogenverfahren zur Erfassung von ADHS

alle Altersstufen (Fremdbeurteilung)

Fremdbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen bzw. Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-HKS / FBB-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). (2. Aufl.). Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der Fremdbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) bzw. der Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) dient der Beurteilung der Diagnosekriterien für Hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV durch Eltern, Erzieher oder Lehrer.
Der Fremdbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) ist Bestandteil des Diagnostik-Systems für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). In der revidierten Fassung DISYPS-II (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) wurde der Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) entwickelt.

Hinsichtlich der Items zur Erfassung von hyperkinetischen Störungen beziehungs-weise von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen sind der FBB-HKS und die revidierte Fassung FBB-ADHS identisch. Die Fragebögen enthalten alle Kriterien für die Diagnose einer hyperkinetischen Störung nach ICD-10 beziehungsweise einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung nach DSM-IV. Sie bestehen aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Im FBB-HKS aus der ersten Fassung des DISYPS wird zudem auf beurteilt, wie problematisch das Verhalten (Problembelastung) erlebt wird. Da mehrere empirische Studien zeigen, dass beide Urteile (Symptomausprägung und Problembelastung) sehr hoch miteinander korrelieren, wurde in der Revision des Verfahrens, im FBB-ADHS aus DISYPS-II auf diese doppelte Beurteilung verzichtet.

Auf der Rückseite werden zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV sowie der Generalisierungsgrad der Symptomatik auf verschiedene Lebensbereiche erhoben. Außerdem werden Kriterien zum Störungsbeginn und zur Dauer der Symptomatik erfasst. Bei der Revision des Verfahrens (DISYPS-II) wurden im FBB-ADHS 6 Items hinzugefügt, die Kompetenzen in dem Bereich Ausdauer, Aufmerksamkeit und Reflexivität erheben.

Eine Neu-Normierung liegt für das Elternurteil im FBB-ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren vor (Döpfner & Görtz-Dorten 2008) Im Kinder-Diagnostik-System, KIDS 1 (Döpfner et al., 2006) werden Grenzwerte mitgeteilt.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Fremdbeurteilungsbogen kann sowohl von den Eltern als auch von den Erziehern / Lehrern beurteilt werden. Eine Beurteilung sowohl durch die Eltern als auch durch Erzieher / Lehrer hilft den Generalisierungsgrad der Symptomatik zu überprüfen.

Gütekriterien und Normen:
Validität: interne Validität in zwei Subtypen „überwiegend unaufmerksam“ und „überwiegend hyperaktiv-impulsiv“, externe Validität mit Connors Fragebogen hohe Korrelationen.
Reliabilität: interne Konsistenz des Fremdurteils Eltern (Brühl et al., 2000) Cronbachs Alpha 0.78 – 0.89; interne Konsistenz des Fremdurteils Lehrer (Döpfner et al., 2006) Cronbachs Alpha > 0.90, Interraterreliabilität r=0.70,
Normen: Neu-Normierung für Elternurteil FBB-ADHS (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008;), 4-18 Jahre, alters- und geschlechtsspezifische Normen

Literatur:
Brühl, B. (2000). Der Fremdbeurteilungsbogen für hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) – Prävalenz hyperkinetischer Störungen im Elternurteil und psychometrische Kriterien. Kindheit und Entwicklung, 9, 116-126.
Döpfner, M., Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-II). (3. revidierte Aufl.). Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beurteilungsbogen für Eltern, Lehrer und Erzieher (FBB-HKS)

Elternfragebogen für hyperkinetische und oppositionelle Verhaltensprobleme (EF-HOV)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.
Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der Elternfragebogen für hyperkinetische und oppositionelle Verhaltensprobleme (EF-HOV) besteht aus offen gestellten Fragen, die analog zum Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV) entwickelt wurden. Anhand der offenen Fragen können grundlegende Informationen von den Eltern erhoben werden. Der Fragebogen kann im Rahmen der Exploration der Eltern eingesetzt werden. Er kann damit die klinische Exploration erleichtern, sollte sie aber nicht ersetzen.

Der Fragebogen orientiert sich im Aufbau am Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV). Auf der ersten Seite des Fragebogens können Grundinformationen über den Patienten und den Vorstellungsanlass und über die Kompetenzen des Patienten notiert werden. Der ADHS-Elternfragebogen ist in sieben Bereiche gegliedert:

1. Gegenwärtige Probleme Ihres Kindes durch Unruhe, Unaufmerksamkeit oder Impulsivität (in der Familie, im Kindergarten / in der Schule / bei Gleichaltrigen)
2. Interessen, Freizeitaktivitäten, Kompetenzen Ihres Kindes
3. Andere Probleme Ihres Kindes
4. Entwicklungsgeschichte Ihres Kindes und körperliche Gesundheit
5. Familie
6. Kindergarten / Schule und Gleichaltrige
7. Behandlung

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Fragebogen kann den Eltern vor dem oder beim Erstkontakt ausgehändigt werden. Er kann als Grundlage für eine klinische Exploration anhand des Explorationsschemas für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV) dienen

Gütekriterien und Normen:
Da keine quantitative Auswertung möglich ist, entfallen Angaben zu Gütekriterien und Normen.

Beispiel Fragebogen:
Auszug (Original 8 Seiten)

Elternfragebogen für hyperkinetische und oppositionelle Verhaltensprobleme (EF-HOV)

Vorschulalter (Fremdbeurteilung)

Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS-V)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:

Der Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung Störungen (FBB-ADHS-V) dient der Beurteilung von ADHS – Symptomen in ihrer alterstypischen Ausprägung im Vorschulalter. Erhoben werden Informationen von Eltern und Erziehern.
Der Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung Störungen (FBB-ADHS-V) ist Bestandteil des revidierten Diagnostik-Systems für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-II).

Bei der Entwicklung des Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Hyperkineti-schen Störungen (FBB-HKS-V) wurden mehrere Items des Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) ersetzt und andere so umformuliert, dass sie eine altersentsprechende Ausgestaltung der Symptomatik beschreiben. Die Eltern und Erzieher werden im ersten Teil des Fragebogens gebeten, die drei Kernsymptome von ADHS (Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität) global zu beurteilen. Danach wird die ADHS-Symptomatik nach den für das Vorschulalter modifizierten Kriterien beurteilt. Dieser zweite Teil des Fragebogens besteht aus 19 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Für jedes Item wird anhand von vierstufigen Antwortskalen beurteilt, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung).

Darüber hinaus werden zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV sowie der Generalisierungsgrad der Symptomatik auf verschiedene Lebensbereiche erhoben. Weiterhin wird die Mindestdauer der Symptomatik (6 Monate) überprüft sowie komorbide Verhaltens- und Entwicklungsprobleme erfragt.

Eine Normierung liegt für das Elternurteil und das Erzieherurteil im FBB-ADHS-V vor (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) Im Kinder-Diagnostik-System, KIDS 1 (Döpfner et al., 2006) werden Grenzwerte mitgeteilt.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Fremdbeurteilungsbogen kann sowohl von den Eltern als auch von Kindergartenerziehern beurteilt werden. Eine Beurteilung durch die Eltern und durch Erzieher hilft, den Generalisierungsgrad der Symptomatik zu überprüfen. Da die Diagnose-Checkliste DCL-ADHS und der Fremdbeurteilungsbogen FBB-ADHS-V weitgehend aufeinander bezogen sind und jeweils weitgehend identische Items enthalten, können die Angaben in den Fragebögen zur weiteren Exploration anhand der Diagnose-Checkliste genutzt werden und die Ergebnisse können miteinander verglichen werden.

Gütekriterien und Normen:
Untersuchungen zu Gütekriterien in Repräsentativstichprobe (Breuer & Döpfner, 2006), Eltern und Erzieherurteil
Validität: im Elternurteil Bestätigung zweifaktorieller Lösung analog DSM-IV Diagnosekriterien
Reliabilität: Elternurteil interne Konsistenz α 0.88 – 0.94; Erzieherurteil interne Konsistenz α 0.89 – 0.93
Normen: vorläufige Normierung (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) anhand U8/U9 Stichprobe der Vier- bis Fünfjährigen in Form von Kennwerten.

Literatur:
Breuer, D. & Döpfner, M. (2006). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen bei Drei- bis Sechsjährigen in der ärztlichen Praxis – eine bundesweite Befragung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 34, 357-365.
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-II). (3. revidierte Aufl.). Bern: Huber.

Beurteilungsbogen für Eltern und ErzieherInnen für 3-6-jährige Kinder (FBB-ADHS-V)

Jugendalter (Selbstbeurteilung)

Selbstbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen bzw. Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-HKS/SBB-ADHS) (für Jugendliche ab 11 Jahren)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). (2. Aufl.). Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der Selbstbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (SBB-HKS) bzw. der Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) dient der Beurteilung der Diagnosekriterien für Hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV durch Kinder und Jugendliche ab dem Alter von 11 Jahren. Der SBB-ADHS stellt eine Weiterentwicklung des SBB-HKS dar.
Der Selbstbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (SBB-HKS) ist Bestandteil des Diagnostik-Systems für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). In der revidierten Fassung DISYPS-II (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) wurde der Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) entwickelt.

Hinsichtlich der Items zur Erfassung von hyperkinetischen Störungen beziehungsweise von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen sind der SBB-HKS und die revidierte Fassung SBB-ADHS identisch. Die Fragebögen enthalten alle Kriterien für die Diagnose einer hyperkinetischen Störung nach ICD-10 beziehungsweise einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung nach DSM-IV. Wie der Fremdbeurteilungsbogen besteht auch der Selbstbeurteilungsbogen aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Für jedes Item beurteilt der Patient anhand einer vierstufigen Antwortskala, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung). Im FBB-HKS aus der ersten Fassung des DISYPS (Döpfner & Lehmkuhl, 2000) wird zudem beurteilt, wie problematisch das Verhalten (Problembelastung) erlebt wird. Da in mehreren empirischen Studien gezeigt wurde, dass beide Urteile (Symptomausprägung und Problembelastung) sehr hoch miteinander korrelieren, wurde in der Revision des Verfahrens, im FBB-ADHS aus DISYPS 2 (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) auf diese doppelte Beurteilung verzichtet.

Im Unterschied zum Fremdbeurteilungsbogen werden beim Selbstbeurteilungsbogen keine zusätzlichen Diagnosekriterien erhoben. Bei der Revision des Verfahrens (DISYPS 2) wurden im SBB-ADHS 6 Items hinzugefügt, die Kompetenzen in dem Bereich Ausdauer, Aufmerksamkeit und Reflexivität erheben.

Eine Neu-Normierung liegt für das Elternurteil im FBB-ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren vor (Döpfner & Görtz-Dorten 2008) Im Kinder-Diagnostik-System, KIDS 1 (Döpfner et al., 2006) werden Grenzwerte mitgeteilt.

Anwendungsmöglichkeiten:
Da die Diagnose-Checkliste DCL-HKS / DCL-ADHS, der Fremdbeurteilungsbogen FBB-ADHS (bzw. FBB-HKS) und der Selbstbeurteilungsbogen SBB-ADHS (bzw. SBB-HKS) aufeinander bezogen sind und jeweils weitgehend identische Items enthalten, können die Angaben in den Fragebögen zur weitergehenden Exploration anhand der Diagnose-Checkliste genutzt werden und die Ergebnisse können miteinander verglichen werden.

Gütekriterien und Normen:

Untersuchungen zu Gütekriterien in Repräsentativstichprobe (Görtz et al., 2002), El-tern und Erzieherurteil
Validität: Interkorrelationen der Skalen im mittleren bis höheren Bereich, mittlere bis höhere Korrelationen zwischen Selbst- und Elternurteil
Reliabilität: interne Konsistenz α 0.69 – 0.75 für Subskalen, α 0.87 für Gesamt
Normen: Neu-Normierung für 11-18 Jahre (Döpfner & Görtz-Dorten,, 2008), alters- und geschlechtsspezifische Normen

Literatur:

Görtz, A., Döpfner, M., Nowak, A., Bonus, B. & Lehmkuhl, G. (2002). Ist das Selbsturteil Jugendlicher bei der Diagnostik von Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitäts-störungen hilfreich? Eine Analyse mit dem Diagnostiksystem DISYPS. Kindheit und Entwicklung, 11, 82-89.
Döpfner, M &, Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-II). (3. revidierte Aufl.). Bern: Huber.

Beurteilungsbogen für Kinder und Jugendliche (SBB-HKS 11-18)

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Neuropsychologische Diagnostik bei ADHS

Allgemeine Informationen über neuropsychologische Diagnostik

Beschreibung:
Computerbasierte Tests der Aufmerksamkeit, Impulsivität und exekutiver Funktionen (z.B. Continuous Performance Tests) sind als Forschungsinstrumente hilfreich, in der klinischen Einzelfalldiagnostik haben sie jedoch einen begrenzten Nutzen, weil viele Kinder per Test fälschlicherweise als unauffällig eingeschätzt werden, die in der Schule oder Familie als auffällig beurteilt werden (Barkley 1991, Trommer et al. 1988, Gordon & Barkley 1998). Diese Trefferquote wird zwar durch die Kombination verschiedener neuropsychologischer Tests verbessert, sie bleibt aber weiterhin begrenzt (Doyle et al. 2000). Mit diesen Verfahren können für die Forschung wertvolle Informationen über Aufmerksamkeits- und andere neuropsychologische Leistungen erhoben werden, für die klinische Diagnostik können sie ergänzende Informationen liefern.

Literatur:
Barkley, R. A. (1991). The ecological validity of laboratory and analogue assessment methods of ADHD symptoms. J Abnorm Child Psychol 19: 726-726.

Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2006). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen - Neuropsychologie. In H. Förstl, M. Hautzinger & G. Roth (Hrsg.), Neurobiologie psychischer Störungen. (S. 671-690). Berlin: Springer.

Doyle, A.E., Biederman, J., Seidman, L. J., Weber, W. & Faraone, S. V. (2000). Diagnostic efficiency of neuropsychological test scores for discriminating boys with and without Attention Deficit Hyperactivity Disorder. J Consult Clin Psychol 68: 477-488.

Gordon, M. & Barkley, R. A. (1998). Tests and observational measures. In: Barkley RA (Ed) Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A handbook for diagnosis and treatment (2nd ed.). (S. 294- 311). New York: Guildford Press.

Trommer, B. L., Hoeppner, J. B., Lorber, R. & Armstrong, K. (1988). Pitfalls in the use of a continuous performance test as a diagnostic tool in attention deficit disorder. J Dev Behav Ped 9: 339 – 345.

 

Continuous Performance Test (CPT)

Quelle:
Testzentrale Göttingen www.testzentrale.de

Beschreibung:
Der Continuous Performance Test von Knye et al. ist ein computergestützter Test der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle. Er existiert in zahlreichen Varianten, zentral sind aber immer die Beobachtung von Stimuli am Bildschirm und die Aufgabe, auf bestimmte Stimuli oder Stimulusmuster durch Drücken einer Taste zu reagieren. Dabei werden als Variablen zur Aufmerksamkeitsmessung die Anzahl der richtigen Antworten sowie die Anzahl der ausgelassenen Zielstimuli verwendet. Als Variablen der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle werden die Anzahl der Antworten auf Nicht-Zielstimuli, die auf einen Zielstimulus folgen sowie die Anzahl falscher Antworten herangezogen.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2006). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen - Neuropsychologie. In H. Förstl, M. Hautzinger & G. Roth (Hrsg.), Neurobiologie psychischer Störungen. (S. 671-690). Berlin: Springer.

 

Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP)

Quelle:
Psytest 

Beschreibung:
Die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung von Zimmermann und Fimm ist ebenfalls ein computergestütztes Verfahren. In der Forschung wird für die Untersuchung von Aufmerksamkeitsstörungen vor allem der Go/NoGo-Test durchgeführt. Dieses Verfahren soll die spezifische Fähigkeit zur Unterdrückung einer nicht adäquaten Reaktion erfassen. Es prüft die Fähigkeit zur Reizunterdrückung bei irrelevanten Reizen und die Reaktionszeit bei Reizselektionsbedingungen. Falsche Reaktionen werden als Hinweis auf mangelnde Hemmung von Handlungsimpulsen interpretiert.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2006). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen - Neuropsychologie. In H. Förstl, M. Hautzinger & G. Roth (Hrsg.), Neurobiologie psychischer Störungen. (S. 671-690). Berlin: Springer.

 

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Verfahren zur Verlaufsdiagnostik bei ADHS

ADHS – Klinische Gesamteinschätzung (ADHS-KGE)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die ADHS - Klinische Gesamteinschätzung (ADHS- KGE) enthält Skalen zur globalen klinischen Beurteilung der aktuellen Symptomatik und integriert eine Einschätzung der Veränderung der Symptomatik, wie sie in der (Clinical Golbal Impression Scale CGI (Guy, 1991) eingesetzt wird, wobei in Anlehnung an die „multisymptom domain form“ nach Pliszka et al. (2000) nicht ein einziges globales Urteil für die Gesamtsymptomatik, sondern mehrere Urteile für einzelne Symptombereiche erhoben werden.
Beurteilt werden die drei Kernsymptome von ADHS, die Gesamt-ADHS-Symptomatik sowie fünf weitere, häufig komorbid auftretende Symptomen. Die Einschätzung des aktuellen Status erfolgt auf einer vierstufigen Skala, die Einschätzung der Veränderung der Symptomatik wird auf einer siebenstufigen Skala vorgenommen.

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Beurteilung wird vom Untersucher vorgenommen und kann auf der Exploration der Eltern, der Lehrer oder des Patienten selbst basieren. Das Instrument ermöglicht damit eine einfache und ökonomische Einschätzung und Dokumentation des Behandlungsverlaufs.

Gütekriterien und Normen:
Globale klinische Einschätzungen des aktuellen Status und der Veränderungen finden in der Pharmakotherapieforschung häufig Anwendung und haben sich als veränderungsensitiv erwiesen.

Literatur:
Guy, A.B. (1991) Clinical Global Impressions Rating Scale (DHHS Publication ADM 91-B8). In: ECDEU Assessment Manual for Psychopharmacology, Revised. (pp 217-222). Washington, DC: US Government Printing Office.
Pliszka, S. R., Greenhill, L. L., Crismon, M. L., Sedillo, A., Carlson, C., Conners, C. K., McCracken, J. T., Swanson, J. M., Hughes, C. W., Llana, M. E., Lopez, M. & Toprac, M. G. (2000). The Texas Children's Medication Algorithm Project: Report of the Texas Consensus Conference Panel on Medication Treatment of Childhood Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Part II: Tactics. Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry, 39(7), 920-927.

ADHS – Klinische Gesamteinschätzung (ADHS-KGE)

Problembogen

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der Problembogen dient der regelmäßigen Beurteilung von umschriebenem Problemverhalten durch Bezugspersonen (Eltern, Erzieher, Lehrer) oder auch durch ältere Kinder und Jugendliche. Das Problemverhalten wird jeweils individuell gemeinsam mit den Beteiligten möglichst konkret definiert. Der Bogen ermöglicht somit eine individualisierte Diagnostik und Verlaufskontrolle (Döpfner et al., 2000).

Aufbau:
Der Beurteiler wird gebeten, bis zu vier individuell definierte Verhaltensprobleme für die vergangen Woche hinsichtlich der Auftretenshäufigkeit und der Problembelastung zu beurteilen. Zur Beurteilung der Auftretenshäufigkeit steht eine sechsstufige Skala zur Verfügung, die Problembelastung wird auf einer zehnstufigen Skala eingeschätzt. Der Verlauf der Problemhäufigkeit und –belastung kann in einer Grafik zusammengefasst werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Problembogen kann von Eltern, Erziehern, Lehrern oder auch von älteren Kindern und Jugendlichen beurteilt werden.

Gütekriterien und Normen:
Die individuelle Problembeurteilung erwies sich in einer Studie zur multimodalen Therapie von Kindern mit ADHS als valide und änderungssensitiv (Döpfner et al., 2004; Frölich & Döpfner, 1997).

Literatur:

Döpfner, M., Breuer, D., Schürmann, S., Wolff Metternich, T., Rademacher, C. & Lehmkuhl, G. (2004). Effectiveness of an adaptive multimodal treatment in children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder - global outcome. European Child & Adoles-cent Psychiatry, 12 (supplement 1), I 117 - I 129.
Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Frölich, J. & Döpfner, M. (1997). Individualisierte Diagnostik bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 46, 597-609.

Problembogen

Verfahren zur Titration und zur Überprüfung

medikamentöser Therapie

ADHS-Tagesprofilbogen für Eltern (ADHS-TAP-Eltern) und für Lehrer (ADHS-TAP-Lehrer)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die ADHS-Tagesprofilbogen für Eltern (ADHS-TAP-Eltern) und für Lehrer (ADHS-TAP-Lehrer) dienen der Überprüfung der Effekte medikamentöser Therapie und zielen besonders auf die Erfassung der täglichen Wirkdauer der medikamentösen Therapie ab. Die ADHS-Tagesprofilbögen sollen bei der Optimierung der Wirkdauer behilflich sein, indem der Verlauf der ADHS-Symptomatik über den gesamten Schultag hinweg erfasst werden kann.

Die beiden Bogen bestehen jeweils aus zwei Teilen.
Im ersten Teil werden Symptome von ADHS, aggressiv-oppositionellem Verhalten sowie eine Gesamtbeurteilung der Verhaltensproblematik des Kindes erhoben. Im ADHS-TAP-Eltern wird die Stärke dieser Auffälligkeiten für vier Tagesabschnitte anhand von vierstufigen Antwortskalen beurteilt: Morgens (Wecken, Anziehen usw.), nachmittags bis ca. 16.00 (mit Mittagessen, Hausaufgaben), später Nachmittag bis ca. 19.00 und abends, einschließlich zu Bett gehen. Im ADHS-TAP-Lehrer wird die Stärke dieser Auffälligkeiten für die erste und in die zweite Hälfte des Schulvormittags beurteilt. Die Beurteilung dieser Probleme erfolgt retrospektiv für die vorangegangene Woche.
Der zweite Teil erfasst anhand von 9 Items potenzielle unerwünschte Wirkungen einer medikamentösen Therapie. Dieser zweite Teil ist in Anlehnung an die Pittsburgh Side-Effects Rating Scale entwickelt, die in der Multisite Treatment Study of ADHD (MTA-Study) eingesetzt wurde (MTA Cooperative Group, 1999).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Fragebogen eignen sich vor allem zur Austestung der Effekte medikamentöser Therapie über den Tag hinweg. Die Beurteilung erfolgt retrospektiv für die vergangene Woche. Falls eine retrospektive Beurteilung nicht hinreichend zuverlässig erfolgen kann, kann der Bogen auch für die Beurteilung des Verhaltens an einzelnen Tagen eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:

Der Fragebogen wird gegenwärtig auf seine psychometrischen Eigenschaften hin untersucht.

Literatur:
MTA Cooperative Group (1999a). A 14-month randomized clinical trial of treatment strategies for attention-deficit/ hyperactivity disorder. Archives of General Psychiatry, 56, 1073-1086.

ADHS-Tagesprofilbogen für Eltern (ADHS-TAP-Eltern)

ADHS-Tagesprofilbogen für Lehrer (ADHS-TAP-Lehrer)

Conners Lehrer-Eltern-Fragebogen

Quelle:
Conners, C. (1997). Conner’s Rating Scales-Revised Technical Manual. North Tonawand (NY): Multi-Health System.

Beschreibung:

Es liegen verschiedene Versionen der Conners-Fragebögen vor. Im deutschen Sprachraum ist eine 10-Item-Kurzform zur Erfassung von Aufmerksamkeitsproblemen weit verbreitet, die jedoch wegen der Konfundierung von ADHS-Symptomatik mit aggressiver und emotionaler Symptomatik nicht empfohlen werden kann. Die ursprüngliche Fassung des Fragebogens erfasst mit 48 Items folgende Skalen: Betragensprobleme, Lernschwierigkeiten, psychosomatische Beschwerden, Impulsivität/Hyperaktivität und Angst. In die Berechnung der Skalen gehen jedoch nur 24 Items ein. Für die neueste Fassung der Conners-Bögen (Conners, 1997) gibt es keine deutschen Übersetzungen. Huss et al. (2002) untersuchten eine ältere Form der Conners-Lehrer-Skala in einer Feldstichprobe und einer klinischen Stichprobe. Huss et al. (2001) überprüften die Faktorenstruktur einer älteren Version des Elternfragebogens. Die deutschen Fassungen der Fragebögen sind nicht publiziert und es liegen keine Normen vor.

Anwendungsmöglichkeiten:
Da die Fragebögen im deutschen Sprachraum nicht publiziert wurden und keine Normen oder Gütekriterien für den deutsprachigen Raum vorliegen, kann eine Anwendung nicht empfohlen werden. Durch die oben beschriebene Konfundierung der 10-Item-Kurzform mit aggressiver und emotionaler Symptomatik, ist die Anwendung dieser Version ebenfalls nicht zu empfehlen.

Gütekriterien und Normen:

Es liegen keine Gütekriterien und Normen für den deutschsprachigen Bereich vor.

Literatur:

Huss, M., Stadler, C., Salbach, H., Mayer, P., Ahle, M. & Lehmkuhl, U. (2002) ADHS im Lehrerurteil: Ein Vergleich von Klinik- und Normstichprobe anhand der Conners-Skalen. Kindheit und Entwicklung 11, 90-97.
Huss, M., Iseler, A. & Lehmkuhl, U. (2001) Interkultureller Vergleich der Conners-Skalen: Lässt sich die US-amerikanische Faktorenstruktur an einer deutschen Klinikstichprobe replizieren? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 29, 16-24. Quelle:
Conners, C. (1997). Conner’s Rating Scales-Revised Technical Manual. North Tonawand (NY): Multi-Health System.

Beschreibung:

Es liegen verschiedene Versionen der Conners-Fragebögen vor. Im deutschen Sprachraum ist eine 10-Item-Kurzform zur Erfassung von Aufmerksamkeitsproblemen weit verbreitet, die jedoch wegen der Konfundierung von ADHS-Symptomatik mit aggressiver und emotionaler Symptomatik nicht empfohlen werden kann. Die ursprüngliche Fassung des Fragebogens erfasst mit 48 Items folgende Skalen: Betragensprobleme, Lernschwierigkeiten, psychosomatische Beschwerden, Impulsivität/Hyperaktivität und Angst. In die Berechnung der Skalen gehen jedoch nur 24 Items ein. Für die neueste Fassung der Conners-Bögen (Conners, 1997) gibt es keine deutschen Übersetzungen. Huss et al. (2002) untersuchten eine ältere Form der Conners-Lehrer-Skala in einer Feldstichprobe und einer klinischen Stichprobe. Huss et al. (2001) überprüften die Faktorenstruktur einer älteren Version des Elternfragebogens. Die deutschen Fassungen der Fragebögen sind nicht publiziert und es liegen keine Normen vor.

Anwendungsmöglichkeiten:

Da die Fragebögen im deutschen Sprachraum nicht publiziert wurden und keine Normen oder Gütekriterien für den deutsprachigen Raum vorliegen, kann eine Anwendung nicht empfohlen werden. Durch die oben beschriebene Konfundierung der 10-Item-Kurzform mit aggressiver und emotionaler Symptomatik, ist die Anwendung dieser Version ebenfalls nicht zu empfehlen.

Gütekriterien und Normen:
Es liegen keine Gütekriterien und Normen für den deutschsprachigen Bereich vor.

Literatur:
Huss, M., Stadler, C., Salbach, H., Mayer, P., Ahle, M. & Lehmkuhl, U. (2002) ADHS im Lehrerurteil: Ein Vergleich von Klinik- und Normstichprobe anhand der Conners-Skalen. Kindheit und Entwicklung 11, 90-97.
Huss, M., Iseler, A. & Lehmkuhl, U. (2001) Interkultureller Vergleich der Conners-Skalen: Lässt sich die US-amerikanische Faktorenstruktur an einer deutschen Klinikstichprobe replizieren? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 29, 16-24.

Conners Lehrer-Eltern-Fragebogen

Checkliste zur organischen Abklärung und medikamentösen Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (CM-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:

Die Checkliste zur organischen Abklärung und medikamentösen Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (CM-ADHS) ist eine modifizierte Fassung der im Leitfaden Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (Döpfner et al., 2013) publizierten Checkliste und orientiert sich an den dort vorgegebenen Leitlinien zur körperlichen Abklärung und medikamentösen Einstellung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Checkliste wird vom Arzt ausgefüllt. Dabei kann sich die Beurteilung auf eine Exploration und auf die Ergebnisse weiterer Fragebögen beziehen.

Die Checkliste ist in folgende Bereiche eingeteilt:

  • Somatischer Befund
  • Abklärung von absoluten / relativen Kontraindikationen für Pharmakotherapie
  • Klinische Diagnose
  • Exploration potenzieller psychischer Nebenwirkungen
  • Aufklärung der Eltern und des Patienten
  • Dosisaustestung
  • Verlaufskontrolle und Auslassversuche


Anwendungsmöglichkeiten:

Anhand der Checkliste kann der Arzt die Ergebnisse der organischen Abklärung, der Dosisaustestung und der Verlaufskontrolle dokumentieren.

Gütekriterien und Normen:
Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor.
Da der Bogen keine quantitative Auswertung beinhaltet, sind keine Normen oder Grenzwerte verfügbar.

Literatur:

Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Checkliste zur medikamentösen Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-, Hyperaktivitätsstörungen (CM-ADHS)

Fragebogen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten (NW-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der Fragebogen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten (NW-ADHS) ist eine modifizierte Fassung des im Leitfaden Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (Döpfner et al., 2013) publizierten Fragebogens und erfasst die Nebenwirkungen, die bei der Pharmakotherapie von ADHS (mit Psychostimulanzien oder Atomoxetin) am häufigsten auftreten können.
Der Fragebogen besteht aus 17 Items, die auf einer 10-stufigen Skala von 0= überhaupt nicht bis 9 = sehr häufig / sehr stark beurteilt werden. Die Beurteilung sollte auf jeden Fall von den Eltern, kann aber auch von Erziehern / Lehrern oder älteren Kindern und Jugendlichen selbst vorgenommen werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Am günstigsten ist eine zweimalige Beantwortung des Fragebogens:

  • vor Beginn der medikamentösen Therapie (oder in der Placebo-Phase)
  • und eine Woche nach Medikamentengabe / Dosisveränderung


Wenn Symptome angegeben werden, ist eine weiterführende klinische Exploration hilfreich.

Gütekriterien und Normen:
Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor.
Da der Bogen keine quantitative Auswertung beinhaltet, sind keine Normen oder Grenzwerte verfügbar.

Literatur:
Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Fragebogen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten (NW-ADHS)

Beurteilungsbogen zur Austestung medikamentöser Therapie bei ADHS (BM-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:

Der Beurteilungsbogen zur Austestung medikamentöser Therapie bei ADHS (BM-ADHS) ist eine leicht modifizierte Fassung des im LeitfadenAufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (Döpfner et al., 2013) publizierten Fragebogens und dient der Überprüfung der Effekte medikamentöser Therapie.
Der Bogen besteht aus zwei Teilen: dem in vielen Studien eingesetzten Hyperactivity Index (s. Connorsbogen) und aus der Problemliste - Verhaltensprobleme des Kindes (s. Problembogen). Auf einem Bogen können bis zu sieben Wochen-Beurteilungen abgegeben werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Fragebogen eignet sich vor allem zur Austestung der Effekte medikamentöser Therapie in der Schule, er kann aber auch im Kindergarten eingesetzt werden und von der Erzieherin beurteilt werden. Außerdem können auch Eltern diesen Bogen bearbeiten und damit die Effekte medikamentöser Therapie auf das Verhalten des Kindes in der Familie überprüfen. Der Bogen überprüft nicht die Effekte medikamentöser Therapie zu einzelnen Tagesabschnitten.
Der Fragebogen kann auch bei Auslassversuchen eingesetzt werden, die einmal jährlich stattfinden sollten.

Gütekriterien und Normen:
Der Fragebogen erwies sich als änderungssensitiv für Psychostimulanzientherapie (Döpfner et al., 2004).
Normen liegen nicht vor.

Literatur:
Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Döpfner, M., Breuer, D., Schürmann, S., Wolff Metternich, T., Rademacher, C. & Lehmkuhl, G. (2004). Effectiveness of an adaptive multimodal treatment in children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder - global outcome. European Child & Adolescent Psychiatry, 12 (supplement 1), I 117 - I 129

Beurteilungsbogen für Eltern, Lehrer und Erzieher zur Austestung medikamentöser Therapie (BM-ADHS)

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Materialsammlung

Kinder-Diagnostik-System Band 1: ADHS (KIDS 1)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:

Der Band 1 des Kinder-Diagnostik-Systems stellt Verfahren zusammen, die sich in der Diagnostik von ADHS bewährt haben zusammen, beschreibt Zielsetzung, Aufbau, Anwendung Gütekriterien bzw. Normen bzw. Grenzwerte der jeweiligen Verfahren. Kopiervorlagen oder Hinweise auf Bezugsquellen ermöglichen einen schnellen Zugriff.
Folgende Verfahren werden beschrieben:

Verfahren zur Eingangsdiagnostik

  • Screening-Bogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS-Bogen)
  • Explorationsschema für Hyperkinetische und Oppositionelle Verhaltensstörungen (ES-HOV)
  • Elternfragebogen für hyperkinetische und oppositionelle Verhaltensprobleme (EF-HOV)
  • Diagnose-Checkliste für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (DCL-ADHS)/ für Hyperkinetische Störungen (DCL-HKS)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS)/Fremdbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS)
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS)/ Selbstbeurteilungsbogen für Hyperkinetische Störungen (SBB-HKS)
  • ADHS-Elterninterview (ADHS-EI)

Verfahren für spezifische Altersgruppen

  • Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS-V)
  • Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme – Selbstbeurteilung (FEA-ASB)
  • Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme – Selbstbeurteilung (FEA-FSB)
  • Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme –Fremdbeurteilung (FEA-AFB)
  • Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme –Fremdbeurteilung (FEA-FFB)
  • Selbstbeurteilungs-Skala zur Diagnostik der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter (ADHS-SB)

Verfahren zur weiterführenden Diagnostik für Psychoedukation, Beratung und Verhaltenstherapie

  • Elterninterview über Problemsituationen in der Familie (EI-PF)
  • Elternfragebogen über Problemsituationen in der Familie (EF-PF)
  • Fragebogen über Verhaltensprobleme bei den Hausaufgaben (FVH)
  • Fragebogen zur Verhaltensbeurteilung im Unterricht (FVU)

Verfahren zur weiterführenden Diagnostik für die medikamentöse Therapie und zur Titration

  • Checkliste zur organischen Abklärung und medikamentösen Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (CM-ADHS)Fragebogen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten (NW-ADHS)
  • Beurteilungsbogen zur Austestung medikamentöser Therapie bei ADHS (BM-ADHS)
  • ADHS-Tagesprofilbogen für Eltern (ADHS-TAP-Eltern)
  • ADHS-Tagesprofilbogen für Lehrer (ADHS-TAP-Lehrer)

Verfahren zur individuellen Verhaltensbeurteilung und Verlaufskontrolle

  • ADHS – Klinische Gesamteinschätzung (ADHS-KGE)
  • Problembogen
  • Zielbogen und Detektivbogen

Verfahren zur klinischen Beurteilung komorbider Störungen

Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-DIPS)

s. a. Verfahren zur klinischen Beurteilung von ADHS

Quelle:
Unnewehr, S., Schneider, S. & Margraf, J. (Hrsg.) (1998): Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-Dips). Berlin: Springer.

Beschreibung:
Das Kinder-Dips wurde als erstes deutschsprachiges strukturiertes Interview entwickelt worden. Es verfügt über eine Eltern- und eine parallele Kinderversion und ermöglicht die differenzierte Diagnostik nach DSM-IV (APA 1994) und ICD 10 (Dilling et al. 1994). Eltern- und Kinderversion bestehen aus einem Interviewleitfaden und einem Protokollbogen. Beide Versionen umfassen:

IV. Allgemeiner klinisch-demografischer Teil

  1. Screening
  2. Allgemeine Anamnese

V. Störungsspezifischen Teil – halbstrukturiertes Interview

  1. Expansive Verhaltensstörungen
  2. Funktionelle Enuresis/Enkopresis
  3. Affektive Störungen
  4. Angststörungen
  5. Essstörungen

VI. Störungsspezifischer Teil – Screening

  1. Alkoholismus und Drogenmissbrauch
  2. Nicht- organische Psychose


Anwendungsmöglichkeiten:
Das halbstrukturierte Kinder-Dips dient der klinischen Exploration von Eltern und Kind. Es ist in der Forschung anwendbar, kann aber, durch seine halbstrukturierte Form mit Möglichkeiten individueller Nachfrage, auch in der Praxis gut eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:

Validität: externe Validität für einzelne Störungsbilder durch Fragebögen (Angst) oder Items aus YSR, CBCL, für Eltern- und Kinderversion bestätigt außer für Störung des Sozialverhaltens in Elternversion
Reliabilität: Retest-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa 4 Kl. .50 - .60, Ausscheidungsstörungen .89; Elternversion Kappa Angst .49, übrigen Klassen .77 – 1.0; Essstörungen für beide Versionen durch niedriges N nicht zu berechnen
Interrater-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa . 57 - .81; Elternversion Kappa .51 - .71
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden

Literatur:
American Psychiatric Association (Hrsg.) 1994. Diagnostic an statistical manual of mental disorders. Fourth edition (DSM-IV). Washington, DC: American Psychiatric Association.
Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H., Schulte-Markwort, M. (Hrsg.) 1994. Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F) Forschungskriterien. Bern: Huber. 

Diagnostik-System für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-II)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). (2. Aufl.). Bern: Huber.

Beschreibung:
DISYPS-KJ / DISYPS-II ist ein Diagnostik-System zur Erfassung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen entsprechend den Diagnosekriterien von ICD-10 und DSM-IV. Es umfasst die im Kindes- und Jugendalter wichtigsten Störungsbereiche und kombiniert drei Beurteilungsebenen miteinander – das klinische Urteil, das Fremdurteil durch Eltern, Lehrer oder Erzieher und das Selbsturteil des Kindes oder Jugendlichen ab dem Alter von 11 Jahren.

IV. Allgemeiner klinisch-demografischer Teil

  1. Screening
  2. Allgemeine Anamnese

V. Störungsspezifischen Teil – halbstrukturiertes Interview

  1. Expansive Verhaltensstörungen
  2. Funktionelle Enuresis/Enkopresis
  3. Affektive Störungen
  4. Angststörungen
  5. Essstörungen

VI. Störungsspezifischer Teil – Screening

  1. Alkoholismus und Drogenmissbrauch
  2. Nicht- organische Psychose

Anwendungsmöglichkeiten:
Das halbstrukturierte Kinder-Dips dient der klinischen Exploration von Eltern und Kind. Es ist in der Forschung anwendbar, kann aber, durch seine halbstrukturierte Form mit Möglichkeiten individueller Nachfrage, auch in der Praxis gut eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:
Validität: externe Validität für einzelne Störungsbilder durch Fragebögen (Angst) oder Items aus YSR, CBCL, für Eltern- und Kinderversion bestätigt außer für Störung des Sozialverhaltens in Elternversion
Reliabilität: Retest-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa 4 Kl. .50 - .60, Ausscheidungsstörungen .89; Elternversion Kappa Angst .49, übrigen Klassen .77 – 1.0; Essstörungen für beide Versionen durch niedriges N nicht zu berechnen
Interrater-Reliabilität für Störungsoberklassen Kinderversion Kappa . 57 - .81; Elternversion Kappa .51 - .71
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden

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Die Instrumente sind auf der Grundlage der Symptomkriterien von ICD-10 und DSM-IV für die entsprechenden Störungen entwickelt worden. Die entsprechende Diagnose-Checkliste, der Fremdbeurteilungsbogen und der Selbstbeurteilungsbogen sind jeweils aufeinander bezogen und enthalten weitgehend identische Items. Die Diagnose-Checklisten werden in der Exploration des Kindes / Jugendlichen und seiner Bezugsperson(en) eingesetzt. Da sich die Symptomkriterien nach ICD-10 (Forschungskriterien) und nach DSM-IV weitgehend entsprechen, ist zur Ermittlung der Diagnosen in beiden Klassifikationssystemen nur eine Checkliste mit den Symptomkriterien notwendig. Inhaltlich bedeutsame Abweichungen in den Symptomkriterien beider Diagnosesysteme sind entsprechend gekennzeichnet.

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Fragebogenverfahren zur Erfassung komorbider Störungen

Vorschulalter (Fremdbeurteilung)

Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder (CBCL 1,5-5)

Quelle:
Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist (2002a). Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder (CBCL/1 ½-5). Köln: Arbeitsgruppe Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik (KJFD).

Bezug:


Beschreibung:
Die deutsche Fassung der Child Behavior Checklist for Ages 1 ½-5 (Achenbach & Rescorla, 2001) umfasst 99 Problem-Items, von denen 50 Entsprechungen der CBCL für ältere Kinder darstellen. Aus den Items werden sechs Problemskalen (Emotionale Reaktivität; Ängstlich/ Depressiv; Körperliche Beschwerden; Sozialer Rückzug; Schlafprobleme; Aufmerksamkeitsprobleme und Aggressives Verhalten) sowie drei übergeordnete Skalen gebildet, die Externalisierende Auffälligkeiten, Internalisierende Auffälligkeiten und Gesamtauffälligkeit abbilden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Fragebögen des Fragebogensystems von Achenbach können zur allgemeinen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltenskompetenzen eingesetzt werden. Durch den gleichartigen Aufbau der Fragebögen für Lehrer/Erzieher, Eltern und Patienten für verschiedene Altersstufen können die Einschätzung der verschiedenen Perspektiven verglichen werden.
Neben dem Fragebogen stehen Auswertungsbögen für die Handauswertung (für Jungen und Mädchen getrennt) mit deutschen Normen und Auswertungsschablonen (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 2002a) zur Verfügung.

Gütekriterien und Normen:
Untersuchungen mit der deutschsprachigen Fassung zur faktorenanalytischen Überprüfung der Itemzuordnung zu den Skalen und ihren internen Konsistenzen werden derzeit unternommen. Kulturvergleichende Analysen der bisher vorliegenden verwandten Instrumente zeigten keine bedeutsamen Unterschiede in den Skalenmittelwerten zwischen den Niederlanden, den USA, Kanada und Deutschland. Die amerikanische Normierung kann daher als Orientierung auch für den deutschen Sprachraum dienen bis entsprechende Analysen abgeschlossen bzw. eine deutsche Normierung erfolgt ist.
Die amerikanische Normierung stützt sich auf eine nicht behandelte Stichprobe von 700 Kindern.

Literatur:
Achenbach, T. M. & Rescorla, L. A. (2001). Manual for ASEBA School-Age Forms & Profiles. Burlington, VT: University of Vermont, Research Center for Children, Youth, & Families.

Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder (CBCL 1,5-5)

Erzieherfragebogen über das Verhalten von Klein- und Vorschulkindern (CTRF 1,5-5)

Quelle:
Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist (2002b). Fragebogen für ErzieherInnen von Klein- und Vorschulkinder (C-TRF/1 ½-5). Köln: Arbeitsgruppe Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik (KJFD).

Bezug:


Beschreibung:
Die deutsche Fassung der Caregiver-Teacher Report Form (Achenbach & Rescorla, 2001) umfasst 99 Problem-Items, von denen 83 Entsprechungen der Elternversion darstellen. Aus den Items werden fünf Problemskalen (Emotionale Reaktivität; Ängstlich/Depressiv; Körperliche Beschwerden; Sozialer Rückzug; Aufmerksamkeitsprobleme und Aggressives Verhalten) sowie drei übergeordnete Skalen gebildet, die Externalisierende Auffälligkeiten, Internalisierende Auffälligkeiten und Gesamtauffälligkeit abbilden. Die Skalenbildung basiert auf faktorenanalytischen Untersuchungen an einer Stichprobe von 1113 Kindern, die amerikanische Normierung stützt sich auf eine nicht behandelte Stichprobe von 1192 Kindern. Es können außerdem DSM - orientierte Skalen gebildet werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Fragebögen des Fragebogensystems von Achenbach können zur allgemeinen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltenskompetenzen eingesetzt werden. Durch den gleichartigen Aufbau der Fragebögen für Lehrer/Erzieher, Eltern und Patienten für verschiedene Altersstufen können die Einschätzung der verschiedenen Perspektiven verglichen werden.
Neben dem Fragebogen stehen ein englischsprachiger Auswertungsbogen für die Handauswertung, und das englische Manual zur Verfügung. (Deutschsprachige Auswertungsbögen mit amerikanischer Normierung befinden sich in Vorbereitung.)

Gütekriterien und Normen:
Untersuchungen mit der deutschsprachigen Fassung zur faktorenanalytischen Überprüfung der Itemzuordnung zu den Skalen und ihren internen Konsistenzen werden derzeit unternommen. Kulturvergleichende Analysen der bisher vorliegenden verwandten Instrumente zeigten keine bedeutsamen Unterschiede in den Skalenmittelwerten zwischen den Niederlanden, den USA, Kanada und Deutschland. Die amerikanische Normierung kann daher als Orientierung auch für den deutschen Sprachraum dienen bis entsprechende Analysen abgeschlossen bzw. eine deutsche Normierung erfolgt ist.

Literatur:
Achenbach, T. M. & Rescorla, L. A. (2001). Manual for ASEBA School-Age Forms & Profiles. Burlington, VT: University of Vermont, Research Center for Children, Youth, & Families.

Fragebogen für Erzieherinnen von Klein- und Vorschulkindern (C-TRF 1,5-5)

Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder (VBV)

Quelle:
Döpfner, M., Berner, W., Fleischmann, T. & Schmidt, M. H. (1993). Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder (VBV). Weinheim: Beltz.

Bezug:


Beschreibung:
Die Verhaltensbeobachtungsbögen für Vorschulkinder (VBV 3-6) dient der differenzierten Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten auf der Grundlage des Urteils von Eltern und Kindergarten-Erzieherinnen. Sie bestehen aus:
dem Elternfragebogen (VB-EL) mit 53 Items und
dem Erzieherfragebogen (VBV- ER) mit 93 Items,
in denen sozial- emotionale Kompetenzen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren erfasst werden. Die Items werden den Dimensionen sozial-emotionale Kompetenzen, oppositionell-aggressives Verhalten, Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivität vs. Spielausdauer sowie emotionale Auffälligkeiten zugeordnet. Beide Fragebögen werden durch jeweils eine Symptomliste ergänzt, in der umschriebene Auffälligkeiten (z.B. Einnässen oder Einkoten) erfasst werden. Für beide Fragebögen wurden weitgehend parallele, faktoriell gesicherte und intern konsistente Skalen konstruiert (Döpfner et al., 1993).

Anwendungsmöglichkeiten:
Das Verfahren kann als Screening-Instrument zur Erfassung verhaltensauffälliger Kinder sowie zur Diagnosestellung, Therapieplanung und Therapiekontrolle eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:
Validität: sign. Unterschiede zwischen Repräsentativitäts- und Vergleichsstichprobe, Sensitivität (alle Skalen, alle Beurteiler) 76%, Spezifität (alle Skalen, alle Beurteiler) 84%
Angaben zu Beziehungen der Fragebogenwerte zur klinischen Diagnose des Entwicklungsstandes, zu familiären Bedingungen, Sozialstatus und Berufstätigkeit der Mutter sowie zur Einschätzung des Behandlungserfolges und der Prognose durch den Therapeuten
Reliabilität: interne Konsistenz (Cronbachs α) für die Skalen im Elternurteil zwischen 0.73 (soz.-emot. Kompetenzen) und 0.90 (op.-aggr. Verhalten), im Erzieherurteil zwi-schen 0.88 (emot. Auffälligkeiten) und 0.95 (op.-aggr. Verhalten); Retestreliabilität: für die Skalen im Elternurteil zwischen 0.51 (Hyp. vs. Spielausd.) und 0.62 (emot. Auffälligkeiten), im Erzieherurteil zwischen 0.72 (soz.-emot. Kompetenzen) und 0.80 (Hyp. vs. Spielausd.)
Normen: alters- und geschlechtsspezifische Normen (Stanine) für die Skalen (kein Gesamtwert), Normen für die Diagnosegruppen introversive und expansive Störungen

Literatur:
Döpfner, M. (1993). Verhaltensdiagnostik und Therapiekontrolle. In Döpfner, M. & Schmidt, M. (Hrsg.) Kinderpsychiatrie - Vorschulalter, 38-53. Verlag Quintessenz, München.
Döpfner, M., Berner, W., Fleischmann, T. & Schmidt, M. H. (1993). Verhaltensbeurteilungsbogen für Vorschulkinder (VBV). Weinheim: Beltz.



Erzieher-Fragebogen (VBV-ER 3-6)

Eltern-Fragebogen (VBV-EL 3-6)

Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ)

Quelle:
Woerner, W., Becker, A., Friedrich, C., Klasen, H., Goodman, R.,& Rothenberger, A. (2002). Normierung und Evaluation der deutschen Elternversion des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ): Ergebnisse einer repräsentativen Felderhebung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 30, 105-112.

Bezug:

  • Kostenlos: http://wwwuser.gwdg.de/~ukyk/sdqdownloads

  • Beschreibung:

    Als Alternative zur CBCL und den daraus abgeleiteten Verfahren ist für die Beurteilung von Kindern und Jugendlichen von 3 bis 16 Jahren der Strength and Difficulties Questionnaire (SDQ; Goodman, 1997; Woerner et al., 2002) einsetzbar. Er liegt ebenfalls in Versionen für Eltern, Jugendliche und Lehrer vor und besteht aus 25 Items, die sich fünf Skalen zuordnen lassen (emotionale Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Hyperaktivität, Probleme mit Gleichaltrigen, prosoziales Verhalten). Die Einschätzung erfolgt auf einer dreistufigen Skala.

    Anwendungsmöglichkeiten:
    Der SDQ ist mit 25 Items ein sehr ökonomisches Verfahren zur allgemeinen Beurteilung von Kindern und Jugendlichen. Die geringe Itemzahl begrenzt jedoch auch die Reliabilitäten der Einzelskalen und den Umfang der Informationen, der aus dem Fragebogen gezogen werden kann (s. u.).

    Gütekriterien und Normen:
    Validität: interne Validität: Faktorstruktur bestätigt (Goodman, 2001; Woerner et al., 2002); externe Validität: bei Einbezug von Diagnosedaten hohe Rate richtig negativer (95%) Einschätzungen (unauffälliger SDQ Wert, keine Diagnose) aber niedrige Rate richtig positiver (35%) (auffälliger SDQ Wert, vorhandene Diagnose)
    Reliabilität: interne Konsistenz (Cronbachs α) für Gesamt-Problemwert zwischen 0.80 (Jugendliche) und 0.87 (Lehrer), Skalen zwischen 0.41 (Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen) und 0.88 (Hyperaktivität); Retestreliabilität: für Gesamt-Problemwert zwischen 0.62 (Jugendliche) und 0.80 (Lehrer); Skalen zwischen 0.51 (prosoziales Verhalten) und 0.82 (Hyperaktivität)
    Normen: deutsche Normen vorhanden (Woerner et al., 2002), Grenzwerte (unauffällig, Grenzbefund, auffällig) für Skalen und Gesamtproblemwert, nur im Gesamtprob-lemwert alters- und geschlechtsspezifische Grenzwerte

    Literatur:

    Goodman, R. (1997). The Strengths and Difficulties Questionnaire: A Research Note. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 38, 581-586.
    Goodman R (2001) Psychometric properties of the Strengths and Difficulties Ques-tionnaire (SDQ). Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 40, 1337-1345.
    Woerner W, Becker A, Friedrich C, Klasen H, Goodman R, Rothenberger A (2002) Normierung und Evaluation der deutschen Elternversion des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ): Ergebnisse einer repräsentativen Felderhebung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 30, 105-112.

Kinder- und Jugendalter (Fremd- und Selbstbeurteilung)

Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL 4-18)

Quelle:
Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist. (1998a). Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen; deutsche Bearbeitung der Child Behavior Checklist (CBCL/4-18). Einführung und Anleitung zur Handauswertung mit deutschen Normen, bearbeitet von M. Döpfner, J. Plück, S. Bölte, K. Lenz, P. Melchers & K. Heim. (2. Aufl.). Köln: Arbeitsgruppe Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik (KJFD).

Bezug:


Beschreibung:
Der Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18) ist die deutsche Fassung der Child Behavior Checklist for ages 4-18 (Achenbach, 1991a), die mittlerweile in mehr als 50 Sprachen übersetzt ist. International liegen mehr als 2000 Studien mit diesem Fragebogenverfahren vor. Der Fragebogen erfasst im ersten Teil das Urteil von Eltern über psychosoziale Kompetenzen und im zweiten Teil das Urteil über Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Auffälligkeiten und somatische Beschwerden von Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren. Die Items des ersten Teils werden zu drei Kompetenzskalen (Aktivitäten, soziale Kompetenz und Schule) zusammengefasst. Aus den Items des zweiten Teils des Fragebogens werden acht Problemskalen gebildet. Die Skalen Sozialer Rückzug; Körperliche Beschwerden; Ängstlich/Depressiv werden zu der übergeordneten Skala Internalisierende Auffälligkeiten zusammengefasst. Die Skalen Dissoziales Verhalten und Aggressives Verhalten bilden die übergeordnete Skala Externalisierende Auffälligkeiten. Die restlichen drei Skalen mit den Bezeichnungen Soziale Probleme; Schi-zoid/Zwanghaft und Aufmerksamkeitsprobleme sind keiner übergeordneten Skala zugeordnet. Der Gesamtauffälligkeitswert umfasst 118 Items.

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Fragebögen des Fragebogensystems von Achenbach können zur allgemeinen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltenskompetenzen eingesetzt werden. Durch den gleichartigen Aufbau der Fragebögen für Lehrer/Erzieher, Eltern und Patienten für verschiedene Altersstufen können die Einschätzung der verschiedenen Perspektiven verglichen werden.
Neben dem Fragebogen stehen Auswertungsbögen für die Handauswertung (für Jungen und Mädchen getrennt) mit deutschen Normen und Auswertungsschablonen (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1998a) zur Verfügung.

Gütekriterien und Normen:
Die faktorielle Validität und die Reliabilität der Problemskalen konnte auch für deutsche Stichproben weitgehend bestätigt werden. Die Normierung erfolgte anhand einer umfangreichen bundesweit repräsentativen Stichprobe von annähernd 2900 Kindern und Jugendlichen. Es liegen getrennte Normen (Prozentränge und T-Werte) für Jungen und Mädchen im Alter von 4 bis 11 und von 12 bis 18 Jahren vor.
Neben dem Fragebogen stehen Auswertungsbögen für die Handauswertung (für Jungen und Mädchen getrennt) mit deutschen Normen, eine Handanweisung mit deutschen Normen und Auswertungsschablonen, das englische Manual und eine Zusammenfassung deutschsprachiger Forschungsergebnisse zur Verfügung.

Literatur:

Achenbach, T. M. (1991a). Manual for the Child Behavior Checklist/4-18 and 1991 Profile. Burlington, VT: University of Vermont, Department of Psychiatry.

Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL 4-18)

Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)

Quelle:
Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist. (1993). Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen; deutsche Bearbeitung der Tea-cher's Report Form der Child Behavior Checklist (TRF). Einführung und Anleitung zur Handauswertung, bearbeitet von M. Döpfner & P. Melchers. Köln: Arbeitsgruppe Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik (KJFD).

Bezug:


Beschreibung:

Der Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen, TRF (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1993) ist deutsche Fassung der Teacher’s Report Form der Child Behavior Checklist (Achenbach, 1991b) und ist ebenfalls analog zum Elternfragebogen aufgebaut. Der erste Teil erfasst soziale Kompetenzen und schulische Leistungen. Im zweiten Teil sind 95 Items des Lehrerfragebogens mit dem Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL 4-18) identisch. Die Items des ersten Teils werden zu zwei Kompetenzskalen (Schulische Leistungen und Verhaltenskompetenzen) zusammengefasst. Aus den Items des zweiten Teils des Fragebogens werden acht mit dem Elternfragebogen weitgehend identische Problemskalen gebildet:
Internale Störungen (Sozialer Rückzug, Körperliche Beschwerden, Angst/Depressivität)
Externale Störungen (Dissoziales Verhalten, Aggressives Verhalten)
Gemischte Störungen (Soziale Probleme, schizoid/zwanghaft, Aufmerksamkeitsprobleme).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Fragebögen des Fragebogensystems von Achenbach können zur allgemeinen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltenskompetenzen eingesetzt werden. Durch den gleichartigen Aufbau der Fragebögen für Lehrer/Erzieher, Eltern und Patienten für verschiedene Altersstufen können die Einschätzung der verschiedenen Perspektiven verglichen werden.
Neben dem Fragebogen stehen Auswertungsbögen für die Handauswertung (für Jungen und Mädchen getrennt) mit deutschen Normen und Auswertungsschablonen (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1993) zur Verfügung.

Gütekriterien und Normen:
Die faktorielle Validität und die Reliabilität der Problemskalen konnte auch für deutsche Stichproben weitgehend bestätigt werden. Eine deutsche Normierung liegt noch nicht vor. Hilfsweise kann die Auswertung auf einem deutschsprachigen Auswertungsbogen anhand der amerikanischen Normen erfolgen. Die bislang vorliegenden Studien weisen auf relativ geringfügige Abweichungen zu den amerikanischen Normen hin.

Literatur:

Achenbach, T. M. (1991b). Manual for the Teacher´s Report Form and 1991 Profile. Burlington, VT: University of Vermont, Department of Psychiatry.

Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)

Fragebogen für Jugendliche (YSR)

Quelle:
Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist. (1998b). Fragebogen für Jugendliche; deutsche Bearbeitung der Youth Self-Report Form der Child Behavior Checklist (YSR). Einführung und Anleitung zur Handauswertung mit deutschen Normen, bearbeitet von M. Döpfner, J. Plück, S. Bölte, K. Lenz, P. Melchers & K. Heim (2. Aufl.). Köln: Arbeitsgruppe Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik (KJFD).

Bezug:


Beschreibung:
Der Fragebogen für Jugendliche, YSR (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1998b) ist die deutsche Fassung des Youth Self-Report der Child Behavior Checklist (Achenbach, 1991c). Der Fragebogen kann von Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 18 Jahren beantwortet werden und ist analog zum Elternfragebogen aufgebaut. Der erste Teil ist mit dem Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL 4-18) weitgehend identisch. Im zweiten Teil wurden bis auf 16 alle Items des Elternfragebogens übernommen. Wie beim Elternfragebogen werden die Items des ersten Teils zu drei Kompetenzskalen zusammengefasst und aus den Items des zweiten Teils des Fragebogens werden acht mit dem Elternfragebogen weitgehend identische Problemskalen gebildet:
Internale Störungen (Sozialer Rückzug, Körperliche Beschwerden, Angst/Depressivität)
Externale Störungen (Dissoziales Verhalten, Aggressives Verhalten)
Gemischte Störungen (Soziale Probleme, schizoid/zwanghaft, Aufmerksamkeitsprobleme).

Anwendungsmöglichkeiten:

Die Fragebögen des Fragebogensystems von Achenbach können zur allgemeinen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltenskompetenzen eingesetzt werden. Durch den gleichartigen Aufbau der Fragebögen für Lehrer/Erzieher, Eltern und Patienten für verschiedene Altersstufen können die Einschätzung der verschiedenen Perspektiven verglichen werden.
Neben dem Fragebogen stehen Auswertungsbögen für die Handauswertung (für Jungen und Mädchen getrennt) mit deutschen Normen und Auswertungsschablonen (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1998b) zur Verfügung.

Gütekriterien und Normen:
Die faktorielle Validität und die Reliabilität der Problemskalen konnte auch für deutsche Stichproben weitgehend bestätigt werden. Die Normierung erfolgte anhand einer umfangreichen bundesweit repräsentativen Stichprobe von annähernd 1800 Kindern und Jugendlichen. Es liegen getrennte Normen (Prozentränge und T-Werte) für Jungen und Mädchen vor.

Literatur:
Achenbach, T. M. (1991c). Manual for the Youth Self-Report and 1991 Profile. Burlington, VT: University of Vermont, Department of Psychiatry.

Fragebogen für Jugendliche - YSR 11-18

Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ)

Quelle:
Woerner, W., Becker, A., Friedrich, C., Klasen, H., Goodman, R.,& Rothenberger, A. (2002). Normierung und Evaluation der deutschen Elternversion des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ): Ergebnisse einer repräsentativen Felderhebung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 30, 105-112.

Bezug:


Beschreibung:

Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu Eltern 3-4)

Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu Eltern 4-16)

Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu Lehrer 4-16)

Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu Selbst 11-16)

Als Alternative zur CBCL und den daraus abgeleiteten Verfahren ist für die Beurteilung von Kindern und Jugendlichen von 3 bis 16 Jahren der Strength and Difficulties Questionnaire (SDQ; Goodman, 1997; Woerner et al., 2002) einsetzbar. Er liegt ebenfalls in Versionen für Eltern, Jugendliche und Lehrer vor und besteht aus 25 Items, die sich fünf Skalen zuordnen lassen (emotionale Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Hyperaktivität, Probleme mit Gleichaltrigen, prosoziales Verhalten). Die Einschätzung erfolgt auf einer dreistufigen Skala.Anwendungsmöglichkeiten:Der SDQ ist mit 25 Items ein sehr ökonomisches Verfahren zur allgemeinen Beurteilung von Kindern und Jugendlichen. Die geringe Itemzahl begrenzt jedoch auch die Reliabilitäten der Einzelskalen und den Umfang der Informationen, der aus dem Fragebogen gezogen werden kann (s. u.).Gütekriterien und Normen:Validität: interne Validität: Faktorstruktur bestätigt (Goodman, 2001; Woerner et al., 2002); externe Validität: bei Einbezug von Diagnosedaten hohe Rate richtig negativer (95%) Einschätzungen (unauffälliger SDQ Wert, keine Diagnose) aber niedrige Rate richtig positiver (35%) (auffälliger SDQ Wert, vorhandene Diagnose)Reliabilität: interne Konsistenz (Cronbachs α) für Gesamt-Problemwert zwischen 0.80 (Jugendliche) und 0.87 (Lehrer), Skalen zwischen 0.41 (Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen) und 0.88 (Hyperaktivität); Retestreliabilität: für Gesamt-Problemwert zwischen 0.62 (Jugendliche) und 0.80 (Lehrer); Skalen zwischen 0.51 (prosoziales Verhalten) und 0.82 (Hyperaktivität)Normen: deutsche Normen vorhanden (Woerner et al., 2002), Grenzwerte (unauffällig, Grenzbefund, auffällig) für Skalen und Gesamtproblemwert, nur im Gesamtprob-lemwert alters- und geschlechtsspezifische GrenzwerteLiteratur:Goodman, R. (1997). The Strengths and Difficulties Questionnaire: A Research Note. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 38, 581-586.Goodman R (2001) Psychometric properties of the Strengths and Difficulties Ques-tionnaire (SDQ). Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 40, 1337-1345.Woerner W, Becker A, Friedrich C, Klasen H, Goodman R, Rothenberger A (2002) Normierung und Evaluation der deutschen Elternversion des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ): Ergebnisse einer repräsentativen Felderhebung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 30, 105-112.

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