Zentrales ADHS Netz

Diagnostik|bei Erwachsenen

Übersicht

Die Materialien zur Diagnostik bei Erwachsenen sind gegliedert in:

Störungsspezifische Verfahren zur Erfassung der ADHS-Symptomatik

Breitbandverfahren zur Erfassung komorbider Störungen (in Vorbereitung)

Die ausgewählten Verfahren werden beschrieben, außerdem werden Angaben zu Gütekriterien und Normen sowie zur Bezugsquelle gemacht. Bei einzelnen Verfahren ist auch ein Beispielbogen einzusehen.

Die Auswahl der Fragebögen ist nach Gesichtspunkten der Praktikabilität und der wissenschaftlichen Fundiertheit erfolgt; sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Verfahren zur klinischen Beurteilung von ADHS

Screening-Test mit Selbstbeurteilungs-Skala V1.1 für Erwachsene mit ADHS (ASRS-V1.1)

Quelle:
www.hcp.med.harvard.edu/ncs/asrs.php

Beschreibung:
Der ASRS-V1.1 wurde als Screening-Instrument im Rahmen einer Gesundheitsstudie der World Health Organisation entwickelt, um das verwendete Composite International Diagnostic Interview (CIDI, Robins et al., 1988) um den Bereich ADHS zu erweitern. In der amerikanischen Version wurde zunächst ein Fragebogen mit 18 Fragen entwickelt, der sich an den DSM-IV Kriterien orientiert. Um darüber hinaus ein ökonomisches Screening-Instrument zur Verfügung zu haben, wurden durch statistische Analysen 6 Fragen aus der 18-Fragebogenversion ermittelt. Die beiden Skalen „Unaufmerksamkeit“ und „Impulsivität“ werden dabei mit 4 bzw. 2 Items abgebildet. Die Einschätzung erfolgt auf einer 5-stufigen Likert Skala (Niemals bis Sehr oft). Der Screeningbogen steht in autorisierter deutscher Version zur Verfügung (s. Quelle). Es werden Hinweise bezüglich eines Cut-off Kriteriums gegeben.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Bogen kann als Screening-Instrument bei Verdacht auf Vorliegen einer ADHS als orientierendes Instrument eingesetzt werden.

Gütekriterien und Normen:
Es liegen keine Gütekriterien oder Normen für die deutsche Screening-Version vor.

Für die amerikanische Version des Screening-Verfahrens wurden eine Spezifität von 99,5% und eine Sensitivität von 68,7% ermittelt.

Für die 18-Item-Fragebogenversion legten im Rahmen einer Studie Reuter et al. (2006) für den deutschsprachigen Raum folgende Angaben vor (in der Studie wurde eine autorisierte Form des Fragebogens verwendet, die aber nicht veröffentlicht wurde):
faktorielle Validität: das 2-Faktoren-Modell (Impulsivität, Unaufmerksamkeit) wurde durch eine konfirmatorische Faktorenanalyse bestätigt
Interne Konsistenz (Cronbach´s α) für die Subskalen liegt bei 0.75 (Unaufmerksamkeit) und 0.77 (Impulsivität) sowie für die Gesamtskala 0.82

Literatur:
Kessler, R.C., Adler, L., Ames, M., Demler, O., Faraone, S., Hiripi, E., Howes, M.J., Jin, R., Secnik, K., Spencer, T., Ustun, T.B., Walters, E.E. (2005). The World Health Organization Adult ADHD Self-Report Scale (ASRS). Psychological Medicine, 35(2), 245-256.
Robins, L. N., Wing, J., Wittchen, H.-U., Helzer, J. E., Babor, T. F., Burke, J. D., Farmer, A., Jablenski, A., Pickens, R., Regier, D. A., Sartorius, N. & Towle, L. H. (1988). The Composite Interanational Diagnostic Interview: an epidemiologic instrument suitable for use in conjunction with different diagnostic systems and in different cultures. Archives of General Psychiatry, 45, 1069 – 1077.

Beispiel Fragebogen:

Screening-Test mit Selbstbeurteilungs-Skala V1.1 für Erwachsene mit ADHS (ASRS-V1.1)

Bremer ADHS-Screening für Erwachsene (BAS-E)

Quelle:
Schmidt, S., Brücher, K. & Petermann, F. (2005). Bremer ADHS-Screening für Erwachsene (BAS-E). Bremen: Unveröffentlichtes Erhebungsverfahren.
Veröffentlichung voraussichtlich April 2008

Beschreibung:
Das BAS-E ist als Selbstbeurteilungsverfahren konzipiert. Es basiert auf den Wender-Utah-Kriterien und den Leitlinien der Deutschen Fachgesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und erfasst in 3 verschiedenen Symptomclustern insgesamt 9 Skalen:

I. Bereich A (Erhebungsneuropsychologische Parameter)
1. Aufmerksamkeit / Konzentration
2. Motorische Unruhe / Hyperaktivität
3. Handlungsplanung und Alltagsorganisation
4. Impulskontrolle und Disinhibition

II. Bereich B (Erhebung sozialer und alltagsrelevanter Parameter)
5. Affektlabilität / Affektkontrolle
6. Emotionale Reagibilität
7. Beziehungsaufbau und Bindungsverhalten
8. Betäubungsmittelmissbrauch / Medikamentenkonsum

III. Bereich C (Retrospektive Erhebung von ADHS-Symptomen im Kindesalter)
9. Retrospektive Angaben

Um eine Verzerrung der Angaben durch Interferenz der ADHS-Symptome mit den Verhaltensproblemen der Patienten zu vermeiden, sind die Items zufallsverteilt präsentiert. Zur Vermeidung von Antworttendenzen sind die Items sowohl positiv als auch negativ gepolt. Die Aussagen sollen auf einer 5-stufigen Likert-Skala hinsichtlich des Zutreffens und des Schweregrades eingestuft werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Das Screeningverfahren kann zur umfassenden Erhebung des Selbsturteils eingesetzt werden, da es sowohl die aktuelle Problematik als auch die retrospektive Einschätzung der Problematik in der Kindheit beinhaltet.

Gütekriterien und Normen:
Informationen zu Gütekriterien und Normen liegen noch nicht vor.

Literatur:
Schmidt, S., Brücher, K. & Petermann, F. (2006). Komorbidität der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter: Perspektiven für die Diagnostik mit dem Screeningverfahren BAS-E. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 54, 123–132.

Wender-Reimherr Interview (WRI)

Quelle:
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Das WRI ist die deutsche Bearbeitung der Wender-Reimherr Adult Attention Deficits Disorders Scale (WRAADDS) (Wender, 1995) und dient der Erfassung der ADHS-Symptomatik beim Erwachsenen in Form eines strukturierten psychopathologischen Interviews.
Das WRI erfasst 28 psychologische Merkmale aus den folgenden sieben Symptombereichen:

1. Aufmerksamkeitsstörungen (5 Items)
2. Überaktivität / Rastlosigkeit (3 Items)
3. Temperament (3 Items)
4. Affektlabilität (4 Items)
5. Emotionale Überreagibilität auf Belastung (3 Items)
6. Desorgansiation (5 Items)
7. Impulsivität (5 Items)

Die psychologischen Merkmale sowie die Symptombereiche (klinischer Schweregrad) werden auf 4- bzw. 5-stufigen Likert-Skalen eingeschätzt. Anhand eines Gesamt-Summenwertes kann eine dimensionale Bewertung erfolgen.
Der klinische Beurteiler bekommt Instruktionen hinsichtlich des Ablaufs der Exploration, der Abbildungsgrundlagen, des Erfassungszeitraumes, der Zielsymptomatik sowie Definitionen, was unter den jeweiligen psychopathologischen Teilbereichen verstanden werden soll. Sämtliche Fragen an den Patienten sind ausformuliert, wobei zusätzliche Fragen möglich sind.
Das WRI liegt in zwei Versionen vor. Die erste Version dient der Feststellung der Diagnose für ADHS im Erwachsenenalter, die zweite dient der Veränderungsmessung der ADHS-Symptomatik im Rahmen von Interventions- und Verlaufsstudien.

Anwendungsmöglichkeiten:
Das WRI kann in der klinischen Diagnostik von ADHS im Erwachsenenalter eingesetzt werden. Gegenwärtig ist es das einzige strukturierte Interview für diesen Altersbereich, das zusätzlich noch den spezifischen, entwicklungsabhängigen Manifestationen der ADHS-Symptomatik im Erwachsenenalter Rechnung trägt.

Gütekriterien und Normen:
Validität: konvergente Validität: Übereinstimmungen mit ADHS-SB (.70) und WURS-K (.42)
divergente Validität: negative Korrelationen zwischen WRI und Skalen „Verträglichkeit“ und „Gewissenhaftigkeit“ aus NEO-FFI
Reliabilität: Interrater-Reliabilität: Diagnose 1.0 (Kappa); Gesamtwert .92 (ICC) (N=18)
Retest-Reliabilität: (2 Monate) r= 0.69 - 0.91 für die sieben Syndrome sowie den Gesamtwert interne Konsistenz: Cronbach’s α = 0.60 - 0.72

Literatur:
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.
Stieglitz, R.-D., Rösler, M. (2006). Diagnostik der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenalter. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 54, 87-98.
Wender, P. H. (1995). Attention deficit hyperactivity disorder in adults. Oxford University Press, USA.

Beispiel Fragebogen:

Wender-Reimherr Interview (WRI)

Diagnostische Checkliste zur ADHS (ADHS-DC)

Quelle:
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die ADHS-DC dient der klinischen Beurteilung der ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen durch den Diagnostiker. Sie wurde parallel zur ADHS-SB, einem Fragebogen zur Selbstbeurteilung durch den Patienten entwickelt (s.u. Fragebogenverfahren).
Die Checkliste wurde auf der Basis der ICD-10-Forschungskriterien und der DSM IV-Kriterien entwickelt. Die ursprünglich für Kinder entwickelten 18 diagnostischen Kriterien wurden für den Einsatz im Erwachsenenalter modifiziert. Hinweise auf spezifische kindliche Lebenssituationen wie Schule oder Spielsachen wurden modifiziert oder eliminiert. In Ergänzung zu den 18 psychopathologischen Merkmalen wurden 4 weitere Kriterien aufgenommen, die sich auf das Alter bei Störungsbeginn, das mit der Symptomatik verbundene Leiden, dessen Generalisierung in verschiedenen Lebensfeldern und auf berufliche Probleme und Kontaktprobleme beziehen.
Bei der Checkliste wurde, parallel zum Fragebogen, eine graduierte Skala für die einzelnen Merkmale gewählt, die sich von 0 (nicht vorhanden) über 1 (leicht) und 2 (mittel) bis 3 (schwer) erstreckt. Damit ist im Rahmen von Verlaufs- und Interventionsstudien eine Abbildung graduierter Veränderungen möglich. Zur ausschließlichen Diagnosestellung wurde auch eine Variante mit dichotomer Merkmalsbeurteilung (Symptom vorhanden vs. Symptom nicht vorhanden) entwickelt.

Anwendungsmöglichkeiten:
Die ADHS-DC kann von Diagnostikern im Rahmen der Diagnosestellung einer ADHS bei Erwachsenen eingesetzt werden. Dabei ist durch eine graduierte Merkmalseinschätzung auch die Verwendung in Verlaufs- und Interventionsstudien möglich.
Die ADHS-DC ist auf einen parallel entwickelten Selbstbeurteilungsfragebogen (ADHS-SB) bezogen (Rösler et al., in Vorbereitung) und ergänzt damit die Selbsteinschätzung der Symptomatik durch den Patienten.

Gütekriterien und Normen:
Prüfung der Übereinstimmung der Ergebnisse aus ADHS-DC mit der ADHS-SB: ICC-Koeffizienten, Werte zwischen .41 und .92, 2 Werte < .59, 25 Werte bei oder > .75
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden.

Literatur:
Rösler, M., Retz, W., Retz-Junginger, P., Thome, J., Supprian, T., Nissen, T., Stieglitz, R.-D., Blocher, D., Hengesch, G. & Trott, G. E. (2004). Instrumente zur Diagnostik der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter: Selbstbeurteilungsskala (ADHS-SB) und Diagnosecheckliste (ADHS-DC). Der Nervenarzt, 75, 888 – 895.
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.

Beispiel Fragebogen:

Diagnostische Checkliste zu ADHS (ADHS-DC)

Diagnose Checkliste ADHS (DCL-ADHS)

Quelle:
Döpfner, M. & Görtz-Dorten, A. (2008). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV, DISYPS-II. Bern: Huber.
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). (2. Aufl.). Bern: Huber.
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die Diagnose-Checkliste für Hyperkinetische Störungen (DCL-HKS) ist Bestandteil des Diagnostik-Systems für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). In der revidierten Fassung, dem DISYPS-II (Döpfner & Görtz-Dorten, 2008) wird diese Checkliste umbenannt in Diagnose-Checkliste für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (DCL-ADHS).

DCL-HKS bzw. DCL-ADHS ist ein Hilfsmittel zur Erstellung der Diagnose und dient der Beurteilung der Diagnosekriterien sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen für folgende Störungsbilder:

1. Hyperkinetische Störungen nach ICD-10
2. Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV
3. Überaktive Störung mit Intelligenzminderung nach ICD-10

Da sich die Symptomkriterien nach ICD-10 (Forschungskriterien) und nach DSM-IV weitgehend entsprechen, ist nur eine einzige Checkliste mit den Symptomkriterien notwendig. Inhaltlich bedeutsame Abweichungen zwischen beiden Diagnose-Systemen sind entsprechend gekennzeichnet.

Zur Beurteilung der einzelnen Kriterien wird eine vierstufige Antwortskala vorgegeben. Der Untersucher beurteilt damit auf der Basis der Exploration der Eltern, Erzieher bzw. Lehrer, des Patienten selbst und der Beobachtung des Patienten.

Anwendungsmöglichkeiten:
DCL-HKS bzw. DCL-ADHS ist ein Hilfsmittel zur Erstellung der Diagnose und kann die praktische Arbeit in der Diagnostikphase erleichtern.

Gütekriterien und Normen:
Reliabilitäts- und Validitätsanalysen wurden anhand einer klinischen Stichprobe von n=84 Kindern (Elternexploration) sowie n=27 (Lehrerexploration) durchgeführt (Hackelbörger, 2002)
Validität: keine eindeutige Bestätigung der a priori Faktorstruktur
Reliabilität: interne Konsistenzen (Cronbach´s Alpha): Elternexploration 0.63 – 0.82, Lehrerexploration 0.86 – 0.93
Interraterreliabilität r= -0.18 – 0.52
Normen: entfällt, da Kriterien der Klassifikationssysteme verwendet werden.

Literatur:
Hackelbörger, S. (2000). Empirische Untersuchung der Checkliste Hyperkinetische Störung an einer Klinikstichprobe der Schwerpunktambulanz hyperkinetischer Störungen an der Universitätsklinik Köln. Diplomarbeit, Universität zu Köln.

Beispiel Fragebogen:

Diagnose-Checkliste ADHS (DCL-ADHS)

Fragebogenverfahren zur Erfassung von ADHS

Selbstbeurteilung - aktuelle Probleme

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme - Selbstbeurteilung (FEA-ASB)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der ADHS-Fragebogen für Erwachsene - Aktuelle Probleme, Selbstbeurteilung (FEA-ASB) ist eines von vier aufeinander bezogenen Fragebogenverfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen bei Erwachsenen (s. a. FEA-FSB, FEA-AFB, FEA-FFB).
Der FEA-ASB dient der Selbstbeurteilung der aktuellen ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen. Die Fragen beziehen sich dabei auf Diagnosekriterien für hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV.
Der FEA-ASB ist eine Adaptation des Selbstbeurteilungsbogens für Hyperkinetische Störungen (SBB-HKS) aus dem Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ) (Döpfner & Lehmkuhl, 2000). Er besteht aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Außerdem werden durch die Items A1 bis A5 zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV erhoben.
Der Patient beurteilt für jedes Item anhand einer vierstufigen Antwortskala, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Angaben aus dem Fragebogen können zur weitergehenden Exploration einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung dienen. Zusammen mit der Selbstbeurteilung früherer Probleme (FEA-FSB), der Fremdbeurteilung aktueller Probleme (FEA-AFB) und der Fremdbeurteilung früherer Probleme (FEA-FFB) lässt sich ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Problematik und ihre aktuelle Situation gewinnen.
Darüber ist der Fragebogen im Rahmen der Verlaufskontrolle auch zur Überprüfung von Therapieeffekten aus Sicht des Patienten einzusetzen.

Gütekriterien und Normen:
Gütekriterien: Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor. Untersuchungen zur Reliabilität und Validität werden gegenwärtig durchgeführt.
Normen: Es liegen noch keine Normen oder Grenzwerte vor. Für die Skalenkennwerte Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität und Impulsivität sowie für die Gesamtauffälligkeit werden orientierende Bandbreiten angegeben.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ), 2. korrigierte und ergänzte Auflage. Bern: Huber.

Beispiel Fragebogen:

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme, Selbstbeurteilung (FEA-ASB)

Selbstbeurteilungs-Skala zur Diagnostik der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter (ADHS-SB)

Quelle:
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der ADHS-SB dient der Erfassung der ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen auf der Basis der ICD-10-Forschungskriterien und der DSM IV-Kriterien. Die ursprünglich für Kinder entwickelten 18 diagnostischen Kriterien wurden für den Einsatz im Erwachsenenalter modifiziert.
Hinweise auf spezifische kindliche Lebenssituationen wie Schule oder Spielsachen wurden modifiziert oder eliminiert. In Ergänzung zu den 18 psychopathologischen Merkmalen wurden 4 weitere Kriterien aufgenommen, die sich auf das Alter bei Störungsbeginn, das mit der Symptomatik verbundene Leiden, dessen Generalisierung in verschiedenen Lebensfeldern und auf berufliche Probleme und Kontaktprobleme beziehen.
Die einzelnen Merkmale wurden mit einer Skala graduiert, die sich von 0 (nicht vorhanden) über 1 (leicht) und 2 (mittel) bis 3 (schwer) erstreckt. Somit können für die drei Symptombereiche Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität und Impulsivität Syndrom-Werte und zusätzlich für die Gesamtskala ein Summenwert gebildet werden.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der ADHS-SB kann von erwachsenen Patienten beurteilt werden. Der Fragebogen ist sowohl für die diagnostische Abklärung als auch für die Therapieevaluation einsetzbar.
Der ADHS-SB ist auf eine parallel entwickelte Diagnose-Checkliste (ADHS-DC) bezogen (Rösler et al., in Vorbereitung) und ergänzt damit die klinische Einschätzung der ADHS-Symptomatik.

Gütekriterien und Normen:
Reliabilität: Bei 30 Patienten (je 15 Frauen und Männern, Durchschnittsalter 31 Jahre) wurde die Retestreliabilität für Subskalen und Gesamtskala im Abstand von 6 Wochen ermittelt und ergab Koeffizienten zwischen .78 und .89. Die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) variierte zwischen .72 und .90.
Validität: Die konvergente und divergente Validität des ADHS-SB wurde über Korrelationen mit der Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-K), mit den Persönlichkeitsfaktoren des NEO-5-Faktoren-Inventar (NEO-FFI) und dem I7-Test erhoben. Signifikante, meist im mittleren Bereich liegende Korrelationen wurden zwischen der ADHS-SB und der WURS-K, der Skala Neurotizismus des NEO-FFI und der Skala Impulsivität des I7-Test ermittelt.
Die Übereinstimmung der Selbstbeurteilung durch ADHS-SB mit der vom Kliniker ausgefüllten Diagnose-Checkliste ADHS-DC wurde mit ICC-Koeffizienten überprüft. Die ermittelten Koeffizienten variierten zwischen .41 und .92, wobei nur zwei ICC-Koeffizienten kleiner als der .59 waren und 20 der 26 ICC-Werte über oder bei .75 lagen.
Normen: Für den ADHS-SB liegen keine Normwerte vor. Er eignet sich viel mehr für die ipsative Messung, wenn dimensionale Ausgangswerte zu Beginn einer Behandlung erhoben oder im Rahmen von Verlaufsmessungen überprüft werden sollen.

Literatur:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.
Rösler, M., Retz, W., Retz-Junginger, P., Thome, J., Supprian, T., Nissen, T., Stieglitz, R.-D., Blocher, D., Hengesch, G. & Trott, G. E. (2004). Instrumente zur Diagnostik der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter: Selbstbeurteilungsskala (ADHS-SB) und Diagnosecheckliste (ADHS-DC). Der Nervenarzt, 75, 888 – 895.

Beispiel Fragebogen:

Selbstbeurteilungs-Skala zur Diagnostik ADHS im Erwachsenenalter (ADHS-SB)

Selbstbeurteilung - frühere Probleme

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme - Selbstbeurteilung (FEA-FSB)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der ADHS-Fragebogen für Erwachsene - Frühere Probleme, Selbstbeurteilung (FEA-FSB) ist eines von vier aufeinander bezogenen Fragebogenverfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen bei Erwachsenen (s. a. FEA-ASB, FEA-AFB, FEA-FFB).
Der FEA-FSB dient der retrospektiven Selbstbeurteilung der früheren ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen. Die Fragen beziehen sich dabei auf Diagnosekriterien für hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV, die den Beginn der ADHS-Problematik vor dem Einschulungsalter verlangen. Da die Problematik im Grundschulalter häufig am stärksten ist und am besten erinnert werden kann, wird im Fragebogen eine mögliche ADHS-Symptomatik für das Alter von etwa sechs bis zwölf Jahren erfragt. Da die Erinnerung der Patienten selbst deutlich beeinträchtigt sein kann, sollte die Selbstbeurteilung immer auch durch eine Fremdbeurteilung von Eltern oder Geschwistern des Patienten ergänzt werden.
Der FEA-ASB ist eine Adaptation des Selbstbeurteilungsbogens für Hyperkinetische Störungen (SBB-HKS) aus dem Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ) (Döpfner & Lehmkuhl, 2000). Er besteht aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Außerdem werden durch die Items A1 bis A5 zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV erhoben.
Der Patient beurteilt für jedes Item anhand einer vierstufigen Antwortskala, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Angaben aus dem Fragebogen können zur Abschätzung des diagnostisch erforderlichen frühen Beginns der Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung dienen. Darüber hinaus können sie zur weitergehenden Exploration eingesetzt werden.
Zusammen mit der Selbstbeurteilung aktueller Probleme (FEA-ASB), der Fremdbeurteilung aktueller Probleme (FEA-AFB) und der Fremdbeurteilung früherer Probleme (FEA-FFB) lässt sich ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Problematik und ihre aktuelle Situation gewinnen.

Gütekriterien und Normen:
Gütekriterien: Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor. Untersuchungen zur Reliabilität und Validität werden gegenwärtig durchgeführt.
Normen: Es liegen noch keine Normen oder Grenzwerte vor. Für die Skalenkennwerte Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität und Impulsivität sowie für die Gesamtauffälligkeit werden orientierende Bandbreiten angegeben.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ), 2. korrigierte und ergänzte Auflage. Bern: Huber.

Beispiel Fragebogen:

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme, Selbstbeurteilung (FEA-FSB)

Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-K)

Quelle:
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W. & Stieglitz, R.-D. (2008). HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene. Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Die deutsche Version der Wender-Utah-Rating-Scale in der Kurzform (WURS-K) ist ein Verfahren zur retrospektiven klinischen Einschätzung einer ADHS-Problematik im Kindesalter. Sie ist entstanden aus den Utah-Kriterien und dem Adult Questionnaire – Childhood Characteristics (AQCC) (Wender, 1985) und erfasst neben kindlicher ADHS auch andere Erkrankungen, die einen syndromalen Überschneidungsbereich mit ADHS aufweisen. Aus dem ursprünglichen Verfahren mit 61 Items wurden nach Itemanalyse 21 Items extrahiert. Zusammen mit 4 Kontrollitems, die motivationale Aspekte bei der Bearbeitung des Fragebogens kontrollieren sollen und nicht in den Gesamtscore eingehen, liegt damit ein Fragebogen mit insgesamt 25 Items vor. Die einzelnen Aussagen werden auf einer 5-Punkte-Skala eingeschätzt und beziehen sich alle auf den Alterszeitraum von 8 bis 10 Jahren.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Fragebogen ist für die diagnostisch notwendige Einschätzung des Vorliegens einer ADHS-Problematik in der Kindheit einzusetzen.

Gütekriterien und Normen:
Validität: Konstruktvalidität: 5-Faktorenstruktur (Varimax) für Gesamtstichprobe (Retz-Junginger et al., 2002), 7-Faktorenstruktur (Varimax) für ADHS-Stichprobe (Retz-Junginger et al., 2003)
Fragebogen zeigt sign. Unterschiede zwischen Kontrollgruppen und psychiatrischen/ forensischen Untersuchungsgruppen (Retz-Junginger et al., 2003)
externe Validität: erwartete sign. pos. Korrelationen mit Impulsivitätsfragebogen I7 und Skalen Lebenszufriedenheit, Erregbarkeit, Aggressivität, emotionale Labilität des FPI-R
Reliabilität: Retestreliabilität: 0.90 für N=110 (Retz-Junginger et al., 2002)
Split-half: Spearman-Brown r12=0.85 für N=1629 (Retz-Junginger et al., 2003)
innere Konsistenz: Cronbach α=0.91 für N=1629 (Retz-Junginger et al., 2003)
Normen: Es liegen noch keine Normen oder Grenzwerte vor.

Literatur:
Retz-Junginger, P., Retz, W., Blocher, D., Stieglitz, R.-D., Georg, T., Supprian, T., Wender, P. H., Rösler, M. (2003). Reliabilität und Validität der Wender-Utah-Rating-Scale-Kurzform: Retrospektive Erfassung von Symptomen aus dem Spektrum der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung. Nervenarzt, 74, 987-993.
Retz-Junginger, P., Retz, W., Blocher, D., Weijers, H.-G., Trott, G.-E., Wender, P. H., Rösler, M. (2002). Wender Utah Rating Scale (WURS-K): Die deutsche Kurzform zur retrospektiven Erfassung des hyperkinetischen Syndroms bei Erwachsenen. Nervenarzt, 73, 830-838.
Wender, P. H. (1985). Wender AQCC (Adult Questionnaire-Childhood Characteristics) Scale. Psychopharmacology Bulletin, 21, 927-928.

Beispiel Fragebogen:

Wender-Utah-Rating-Scale Kurzform (WURS-K)

Fremdbeurteilung - aktuelle Probleme

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme - Fremdbeurteilung (FEA-AFB)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der ADHS-Fragebogen für Erwachsene - Aktuelle Probleme, Fremdbeurteilung (FEA-AFB) ist eines von vier aufeinander bezogenen Fragebogenverfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen bei Erwachsenen (s. a. FEA-ASB, FEA-FSB, FEA-FFB).
Der FEA-AFB dient der Fremdbeurteilung der aktuellen ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen durch Bezugspersonen des Patienten. Die Fragen beziehen sich dabei auf Diagnosekriterien für hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV.
Die Fremdeinschätzung durch z. B. Partner, Eltern oder Geschwister des Patienten dient, durch die Ergänzung der Selbsteinschätzung, der Verbesserung der Validität vorliegender Daten.
Der FEA-AFB ist eine Adaptation des Fremdbeurteilungsbogens für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) aus dem Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ) (Döpfner & Lehmkuhl, 2000). Er besteht aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Außerdem werden durch die Items A1 bis A5 zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV erhoben.
Der Beurteiler schätzt für jedes Item anhand einer vierstufigen Antwortskala ein, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Angaben aus dem Fragebogen können zur weitergehenden Exploration einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung dienen. Zusammen mit der Selbstbeurteilung früherer Probleme (FEA-FSB) und aktueller Probleme (FEA-AFB) sowie der Fremdbeurteilung früherer Probleme (FEA-FFB) lässt sich ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Problematik und ihre aktuelle Situation gewinnen.
Darüber ist der Fragebogen im Rahmen der Verlaufskontrolle auch zur Überprüfung von Therapieeffekten aus externer Sicht einzusetzen.

Gütekriterien und Normen:
Gütekriterien: Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor. Untersuchungen zur Reliabilität und Validität werden gegenwärtig durchgeführt.
Normen: Es liegen noch keine Normen oder Grenzwerte vor. Für die Skalenkennwerte Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität und Impulsivität sowie für die Gesamtauffälligkeit werden orientierende Bandbreiten angegeben.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ), 2. korrigierte und ergänzte Auflage. Bern: Huber.

Beispiel Fragebogen:

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, aktuelle Probleme, Fremdbeurteilung (FEA-AFB)

Fremdbeurteilung - frühere Probleme

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme - Fremdbeurteilung (FEA-FFB)

Quelle:
Döpfner, M., Lehmkuhl, G. & Steinhausen, H.-C. (2006). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 1: Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Göttingen: Hogrefe.

Beschreibung:
Der ADHS-Fragebogen für Erwachsene - Frühere Probleme, Fremdbeurteilung (FEA-FFB) ist eines von vier aufeinander bezogenen Fragebogenverfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen bei Erwachsenen (s. a. FEA-ASB, FEA-FSB, FEA-AFB).
Der FEA-FFB dient der Fremdbeurteilung der früheren ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen durch (frühere) Bezugspersonen des Patienten. Die Fragen beziehen sich dabei auf Diagnosekriterien für hyperkinetische Störungen nach ICD-10 und für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen nach DSM-IV.
Die Fremdeinschätzung sollte durch Eltern oder Geschwister des Patienten (oder andere enge Bezugspersonen in der Kindheit) erfolgen. Sie dient, durch die Ergänzung der Selbsteinschätzung, der Verbesserung der Validität vorliegender Daten und ist vor allem für die Einschätzung des frühen Beginns der Störung von hoher Bedeutung.
Der FEA-FFB ist eine Adaptation des Fremdbeurteilungsbogens für Hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) aus dem Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ) (Döpfner & Lehmkuhl, 2000). Er besteht aus 20 Items, welche die 18 Symptomkriterien erfassen. Außerdem werden durch die Items A1 bis A5 zusätzlich die Kriterien für die klinische Bedeutsamkeit nach ICD-10 bzw. DSM-IV erhoben.
Der Beurteiler schätzt für jedes Item anhand einer vierstufigen Antwortskala ein, wie zutreffend die Beschreibung ist (Symptomausprägung).

Anwendungsmöglichkeiten:
Die Angaben aus dem Fragebogen können zur Abschätzung des diagnostischer erforderlichen frühen Beginns der Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung dienen. Darüber hinaus können sie zur weitergehenden Exploration eingesetzt werden.
Zusammen mit der Selbstbeurteilung aktueller Probleme (FEA-ASB), der Fremdbeurteilung aktueller Probleme (FEA-AFB) und der Fremdbeurteilung früherer Probleme (FEA-FFB) lässt sich ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Problematik und ihre aktuelle Situation gewinnen.

Gütekriterien und Normen:
Gütekriterien: Zu Gütekriterien liegen keine Angaben vor. Untersuchungen zur Reliabilität und Validität werden gegenwärtig durchgeführt.
Normen: Es liegen noch keine Normen oder Grenzwerte vor. Für die Skalenkennwerte Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität und Impulsivität sowie für die Gesamtauffälligkeit werden orientierende Bandbreiten angegeben.

Literatur:
Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2000). Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ), 2. korrigierte und ergänzte Auflage. Bern: Huber.

Beispiel Fragebogen:

Fragebogen zur Erfassung von ADHS im Erwachsenenalter, frühere Probleme, Fremdbeurteilung (FEA-FFB)

Komorbide Störungen


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